Wachstums- und Zerfallsprozesse: Unterschied zwischen den Versionen

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(→‎Quadratisches Wachstum $N(t)=a\cdot t^2+b\cdot t+N_0$)
 
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= Einleitung und Grundbegriffe =
 
In der Natur vorkommende Wachstums- und Zerfallsprozesse (z.B. Wachstum einer Bevölkerung, Zerfall eines radioaktiven Atoms, Abnahme des Alkoholspiegels) können mithilfe von mathematischen [[Funktionen]] beschrieben werden.  
 
In der Natur vorkommende Wachstums- und Zerfallsprozesse (z.B. Wachstum einer Bevölkerung, Zerfall eines radioaktiven Atoms, Abnahme des Alkoholspiegels) können mithilfe von mathematischen [[Funktionen]] beschrieben werden.  
  
 
Für die Matura sind dabei besonders die folgenden Funktionen wichtig:
 
Für die Matura sind dabei besonders die folgenden Funktionen wichtig:
−
* [[Lineare Funktionen | lineare Funktionen y=kx+d]]  
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* [[Lineare Funktionen | lineare Funktionen $y=kx+d$]]  
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* [[Exponentialfunktionen(3.5.)| Exponentialfunktionen $y=b\cdot a^x$ oder $y=b\cdot e^{lambda \cdot x}$]]
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* [[Exponentialfunktionen(3.5.)| Exponentialfunktionen $y=b\cdot a^x$ oder $y=b\cdot e^{\lambda \cdot x}$]]
 
* [[quadratische Funktionen | quadratische Funktionen $y=ax^2+bx+c$]]
 
* [[quadratische Funktionen | quadratische Funktionen $y=ax^2+bx+c$]]
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== Grundbegriffe ==
 
== Grundbegriffe ==
−
* $t...$  gibt die vergangene Zeit an (in Jahren oder Tagen oder Stunden oder …. Die Einheit steht immer in der Angabe!)
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* $t...$  gibt die vergangene Zeit an (in Jahren, Tagen, Stunden oder ... . Die Einheit steht immer in der Angabe!)
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* $N_0...$ Anfangswert (Anzahl/Größe zum Zeitpunkt 0)
+
* $N_0...$ Anfangswert (Anzahl/Größe zum Zeitpunkt $0$)
−
* $N(t)...$ Anzahl/Größe nach t Zeiteinheiten (z.B. t gebe die Stunden an, dann ist $N(5)=$ Anzahl nach 5 Stunden)
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* $N(t)...$ Anzahl/Größe nach $t$ Zeiteinheiten (z. B. $t$ gebe die Stunden an, dann ist $N(5)$ die Anzahl nach $5$ Stunden)
  
  
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== Lineares Wachstum $N(t)= k\cdot t +N_0$==
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| <div class="testbutton-blue"> {{#switchtablink:Lineares Wachstum|$\rightarrow$ nächste Seite ...}} </div>
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=== Definition und Verwendung===
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= Lineares Wachstum =
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[[Datei:Lin wachstum.png|thumb|right|300px|Graph einer linearen Zunahme]]
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==Lineares Wachstum $N(t)= k\cdot t +N_0$==
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[[Datei:Lin abnahme.png|thumb|right|300px|Graph einer linearen Zunahme]]
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===Definition und Verwendung===
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[[Datei:Lin wachstum.png|thumb|right|300px|Graph einer linearen Zunahme]][[Datei:Lin abnahme.png|thumb|right|300px|Graph einer linearen Abnahme]]
  
  
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Eine Größe verändert sich linear, wenn sie in gleichen Zeitabständen um denselben konstanten Wert k wächst.  
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Eine Größe verändert sich linear, wenn sie in gleichen Zeitabständen '''um denselben konstanten Wert $k$''' wächst.
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Die Funktionsgleichung für eine solche Veränderung lautet dann:  
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Die Funktionsgleichung für eine solche Veränderung lautet dann:
 
$$ N(t)= k\cdot t +N_0 $$
 
$$ N(t)= k\cdot t +N_0 $$
  
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* Ist k>0, so handelt es sich um ein lineares Wachstum
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* Ist $k>0$, so handelt es sich um ein lineares Wachstum
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* Ist k<0, so handelt es sich um eine lineare Abhnahme
+
* Ist $k<0$, so handelt es sich um eine lineare Abnahme
  
  
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<span style="color:#A020F0> '''Hinweise:''' </span>
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'''Hinweise:'''
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* Bei $$ N(t)= k\cdot t +N_0 $$ handelt es sich um eine [[Lineare Funktionen | lineare Funktion]] der Form
  
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* Bei $ N(t)= k\cdot t +N_0 $ handelt es sich um eine [[Lineare Funktionen | lineare Funktion]] der Form
 
 
$$ y=k\cdot x+d$$
 
$$ y=k\cdot x+d$$
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: Mit der unabhängigen Variable $t=x$, der davon abhängigen Variable $N(t)=y$ und dem Startwert $N_0=d$
 
: Mit der unabhängigen Variable $t=x$, der davon abhängigen Variable $N(t)=y$ und dem Startwert $N_0=d$
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* '''Herleitung der Funktionsgleichung:'''
 
* '''Herleitung der Funktionsgleichung:'''
−
Angenommen eine Population hat zu Beginn $N_0$ Individuen und wächst pro Zeiteinheit  (z.B. pro Stunde) um den Wert k.
 
  
−
Dann gilt für $N_1=$ Individuen nach einer Stunde:
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: Angenommen eine Population hat zu Beginn $N_0$ Individuen und wächst pro Zeiteinheit (z. B. pro Stunde) um den Wert $k$.
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: Dann gilt für $N(1)=$ Individuen nach einer Stunde:
 
$$N(1)=N_0+k$$
 
$$N(1)=N_0+k$$
−
Nach 2 Stunden hat sich die Population wieder um k vermehrt und damit ist
+
: Nach $2$ Stunden hat sich die Population wieder um $k$ vermehrt und damit ist
 
$$N(2)=N(1)+k=(N_0+k)+k=N_0+2k$$
 
$$N(2)=N(1)+k=(N_0+k)+k=N_0+2k$$
−
Und nach 3 Stunden gilt
+
: Und nach $3$ Stunden gilt
−
$$N(3)=N(3)+k=N_0+3k$$
+
$$N(3)=N(2)+k=(N_0+2k)+k=N_0+3k$$
−
Ganz allgemein gilt dann für die Population nach t Stunden:
+
: Ganz allgemein gilt dann für die Population nach $t$ Stunden:
 
$$N(t)=N_0+k\cdot t$$
 
$$N(t)=N_0+k\cdot t$$
  
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=== Musterbeispiel ===
 
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[http://matura.marienberg.at/images/9/9b/Aufgabe_-_lineares_Wachstum_-_Angabe.pdf Aufgabe]
 
−
: [http://matura.marienberg.at/images/b/bb/Aufgabe_-_lineares_Wachstum_-_L%C3%B6sungen.pdf Lösung]
 
  
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'''Musterbeispiel:''' <br />{{Vorlage:Beispiel|1= Stanislaus hat ein Geburtsgewicht von $3120 g$. Nach $3$ Wochen hat er bereits $3900 g$.
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# Erstelle ein lineares Modell, welches die Abhängigkeit des Gewichts vom Alter beschreibt.
 +
# Was bedeuten die Parameter $k$ und $d$ in diesem Zusammenhang?
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# Stanislaus ist bei seiner Taufe $10$ Wochen alt. Welches Gewicht hat er?
 +
# Wann erreicht Stanislaus ein Gewicht von $6,2 kg$?
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 +
|2= '''Lösung'''
 +
# $y=260x+3120$, wobei $y=$ Gewicht in $g$, $x=$ Alter in Wochen
 +
# $k$ beschreibt die wöchentliche Zunahme in Gramm und $d$ beschreibt das Geburtsgewicht von Stanislaus
 +
# $y=260\cdot 10+3120=5720$. Stanislaus wiegt nach $10$ Wochen $5720 g$.
 +
# Löse die Gleichung: $6200=260x+3120$. Lösung: $x=11,84$. Also erreicht Stanislaus in der $12.$ Woche nach der Geburt ein Gewicht von $6,2 kg$.
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}}
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===Übungsaufgaben===
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* [https://www1.vobs.at/maturawiki/images/9/9b/Aufgabe_-_lineares_Wachstum_-_Angabe.pdf Wassertonne]
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: [https://www1.vobs.at/maturawiki/images/b/bb/Aufgabe_-_lineares_Wachstum_-_L%C3%B6sungen.pdf Wassertonne (Lösung)]
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* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color: #7cfc00;"> $Bifie$ </span>]]: [https://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=218&file=Tauchen_(1).pdf Tauchen]
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{| align="right"
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| <div class="testbutton-blue"> {{#switchtablink:Exponentielles Wachstum|$\rightarrow$ nächste Seite ...}} </div>
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|}
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= Exponentielles Wachstum =
 
== Exponentielles Wachstum $N(t)=N_0\cdot a^t$ bzw. $N(t)=N_0\cdot e^{\lambda \cdot t}$==
 
== Exponentielles Wachstum $N(t)=N_0\cdot a^t$ bzw. $N(t)=N_0\cdot e^{\lambda \cdot t}$==
  
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| $$N(t)=N_0\cdot e^{\lambda \cdot t}$$
 
| $$N(t)=N_0\cdot e^{\lambda \cdot t}$$
 
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−
| $a>1 ...$ ist der Wachstumsfaktor und gibt an, mit welchem Faktor sich die Population pro Zeiteinheit verändert. Da die Population wächst, muss $a>1$ sein (siehe [[Exponentialfunktionen(3.5.) | Exponentialfunktionen]])
+
| $a>1 ...$ ist der Wachstumsfaktor und gibt an, mit welchem Faktor sich die Population pro Zeiteinheit verändert. Da die Population wächst, muss $a>1$ sein (siehe [[Exponentialfunktionen(3.5.) | Exponentialfunktionen]]).
  
 
Beispiel:  
 
Beispiel:  
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| $a=1.26$  
 
| $a=1.26$  
 
|$\rightarrow $  
 
|$\rightarrow $  
−
| die Population wächst um den Faktor 1.26
+
| die Population wächst um den Faktor $1.26$
 
| $\rightarrow $  
 
| $\rightarrow $  
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| die Population wächst Zeiteinheit um $26$ %
+
| die Population wächst pro Zeiteinheit um $26 \%$
 
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| $\lambda>0 ...$ ist die Wachstumsrate.  
 
| $\lambda>0 ...$ ist die Wachstumsrate.  
 
Es gilt: $a=e^\lambda $
 
Es gilt: $a=e^\lambda $
 
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=== Verdoppelungszeit ===
 
=== Verdoppelungszeit ===
−
Eine besondere Eigenschaft des exponentiellen Wachstums ist, dass die Zeit für eine Verdoppelung der Anfangsgröße, immer gleich groß ist (mit einer kleinen Überlegung findest du leicht heraus, dass dies schon aus der Definition des Exponentiellen Wachstums folgt).
+
Eine besondere Eigenschaft des exponentiellen Wachstums ist, dass die Zeit für eine Verdoppelung der Anfangsgröße immer gleich groß ist (mit einer kleinen Überlegung findest du leicht heraus, dass dies schon aus der Definition des exponentiellen Wachstums folgt).
 
Aus diesem Grund definiert man die:
 
Aus diesem Grund definiert man die:
  
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| <p style="background-color:#E0E0E0"> '''Definition: Verdoppelungszeit  $\tau $''' </p>
 
| <p style="background-color:#E0E0E0"> '''Definition: Verdoppelungszeit  $\tau $''' </p>
  
−
| Die Verdoppelungszeit $\tau$ ist die Zeit, nach welcher Zeitspanne sich eine Größe verdoppelt hat. Insbesondere gilt: $$N(\tau)=2\cdot N_0$$  
+
| Die Verdoppelungszeit $\tau$ ist die Zeit, in der sich eine Größe verdoppelt hat. Insbesondere gilt: $$N(\tau)=2\cdot N_0$$  
−
$$\textrm{(in Worten: „die Anzahl nach $\tau$ Zeiteinheiten ist das Doppelte des Anfangswertes }N_0$$  
+
$$\textrm{(in Worten: „die Anzahl nach $\tau$ ($=$"tau") Zeiteinheiten ist das Doppelte des Anfangswertes }N_0$$  
 
|}
 
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<span style="color:#A020F0>  
 
<span style="color:#A020F0>  
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'''1. Musterbeispiel:'''  </span>
+
'''1. Musterbeispiel:''' Berechnung der Verdoppelungszeit bei bekannter Anfangsmenge </span>
  
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<div class="mw-collapsible-content"> Text der nicht angezeigt werden soll
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[[Datei:1 bsp zu wachstum.png|thumb|right|300px|Graph der Wachstumsfunktion $N(t)=350\cdot 1.065^t$]]
 
[[Datei:1 bsp zu wachstum.png|thumb|right|300px|Graph der Wachstumsfunktion $N(t)=350\cdot 1.065^t$]]
−
Ein Kapital auf einem Sparbuch wächst jährlich um 6.5 % p.a. (d.h. 6.5 %-ige Verzinsung pro Jahr).  
+
Ein Kapital auf einem Sparbuch wächst jährlich um $6.5 \%$ p. a. (d. h. $6.5 \%$-ige Verzinsung pro Jahr).  
−
* a) Bestimmen Sie die Funktionsgleichung, wenn zu Beginn € 100 auf dem Sparbuch liegen.  
+
* a) Bestimmen Sie die Funktionsgleichung, wenn zu Beginn $100€$ auf dem Sparbuch liegen.  
−
* b) Ermitteln Sie die Verdoppelungszeit, d.h. Berechnen Sie, wann sich das Anfangskapital verdoppelt hat.  
+
* b) Ermitteln Sie die Verdoppelungszeit, d. h. berechnen Sie, wann sich das Anfangskapital verdoppelt hat.  
−
* c) Die folgende Graphik gibt die Entwicklung für ein Anfangskapital von € 350 an. Lesen Sie aus dem Graphen die Verdoppelungszeit ab.  
+
* c) Die folgende Graphik gibt die Entwicklung für ein Anfangskapital von $350€$ an. Lesen Sie aus dem Graphen die Verdoppelungszeit ab.  
 
: Begründen Sie zusätzlich, warum die Verdoppelungszeit gleich groß wie in Aufgabe b) ist.  
 
: Begründen Sie zusätzlich, warum die Verdoppelungszeit gleich groß wie in Aufgabe b) ist.  
  
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<div class="mw-collapsible-content">  
 
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−
a) $N_0=100$, $a=(1+\frac{6.5}{100}=1.065 \ \ \rightarrow$ $N(t)=100\cdot 1.065^t$
+
a) $N_0=100$; $a=(1+\frac{6.5}{100})=1.065 \ \ \rightarrow$ $\underline{\underline{N(t)=100\cdot 1.065^t}}$
  
 
b)  
 
b)  
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c)  
 
c)  
−
Wie anhand des Graphen zu sehen ist, beträgt die Verdoppelungszeit 11,01 Jahre, da sich hier das Anfangskapital von € 350 auf € 700 verdoppelt hat.  
+
Wie anhand des Graphen zu sehen ist, beträgt die Verdoppelungszeit $11.01$ Jahre, da sich hier das Anfangskapital von $350€$ auf $700€$ verdoppelt hat.  
  
 
Die Verdoppelungszeit hängt nicht vom Startwert $N_0$, sondern nur vom Wachstumsfaktor $a$ ab. Aus diesem Grund sind die Verdoppelungszeiten in b) und c) ident.  
 
Die Verdoppelungszeit hängt nicht vom Startwert $N_0$, sondern nur vom Wachstumsfaktor $a$ ab. Aus diesem Grund sind die Verdoppelungszeiten in b) und c) ident.  
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<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:900px">
 
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:900px">
  
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<span style="color:#A020F0> '''2. Musterbeispiel:''' </span>
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<span style="color:#A020F0> '''2. Musterbeispiel:''' Berechnung der Verdoppelungszeit bei unbekannter Anfangsmenge </span>
  
 
<div class="mw-collapsible-content">  
 
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−
 
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Die Größe einer Bakterienpopulation nach $t$ Stunden kann mithilfe der Funktion $N(t)=N_0\cdot 1.14^t$ angegeben werden.  
−
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* a) Bestimmen Sie, um wie viel Prozent sich die Population pro Stunde vergrößert.  
−
Die Größe einer Bakterienpopulation nach t Stunden kann mithilfe der Funktion $N(t)=N_0\cdot 1.14^t$ angegeben werden.  
+
−
* a) Bestimmen Sie, um wie viel sich die Population pro Stunde vergrößert.  
+
 
* b) Berechnen Sie die Verdoppelungszeit.
 
* b) Berechnen Sie die Verdoppelungszeit.
  
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−
a) $a=1.14\ \ \rightarrow\ \ 14$ % Wachstum pro Stunde.
+
a) $a=1.14\ \ \rightarrow\ \ 14 \%$ Wachstum pro Stunde.
  
 
b)  
 
b)  
−
* Nach der Verdoppelungszeit ist $N(t)=2\cdot N_0$ (d.h. der Anfangswert hat sich verdoppelt). Setzen wir dies für $N(t)$ in die Funktionsgleichung, so erhalten wir:
+
Nach der Verdoppelungszeit ist $N(t)=2\cdot N_0$ (d. h. der Anfangswert hat sich verdoppelt). Setzen wir dies für $N(t)$ in die Funktionsgleichung, so erhalten wir:
 
$$ N(t)=N_0\cdot 1.14^t$$
 
$$ N(t)=N_0\cdot 1.14^t$$
 
$$ 2\cdot N_0=N_0\cdot 1.14^t    \ \ \ |:N_0$$
 
$$ 2\cdot N_0=N_0\cdot 1.14^t    \ \ \ |:N_0$$
−
$$ 2=1.14^t$$
+
$$ 2=1.14^t \ \ \ |\log ( \ )$$
−
Wichtig! In der oberen Zeile hat sich das $N_0$ weggekürzt! Damit sehen wir, dass die '''Verdoppelungszeit unabhängig vom Startwert $N_0$''' ist!
+
Wichtig: In der oberen Zeile hat sich das $N_0$ weggekürzt! Damit sehen wir, dass die '''Verdoppelungszeit unabhängig vom Startwert $N_0$''' ist. Dies kam auch schon im 1. Musterbeispiel vor.
 
$$ \log 2=t\cdot \log 1.14 $$
 
$$ \log 2=t\cdot \log 1.14 $$
 
$$\frac{\log 2}{\log 1.14}=t$$
 
$$\frac{\log 2}{\log 1.14}=t$$
 
$$\underline{\underline{t=5.29}}$$
 
$$\underline{\underline{t=5.29}}$$
−
A: Die Verdoppelungszeit beträgt 5.29 Stunden.  
+
A: Die Verdoppelungszeit beträgt $5.29$ Stunden.  
  
  
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<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:900px">
 
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:900px">
  
−
<span style="color:#A020F0> '''3. Musterbeispiel:'''  </span>
+
<span style="color:#A020F0> '''3. Musterbeispiel:''' Bestimmen des Wachstumsfaktors bei bekannter Verdoppelungszeit </span>
  
 
<div class="mw-collapsible-content">  
 
<div class="mw-collapsible-content">  
  
−
Die Verdoppelungszeit eines exponentiellen Wachstumsprozesses der Form $N(t)=N_0\cdot a^t$ beträgt 17 Tage (t gibt die Tage an).  
+
Die Verdoppelungszeit eines exponentiellen Wachstumsprozesses der Form $N(t)=N_0\cdot a^t$ beträgt $17$ Tage ($t$ gibt die Tage an).  
 
* a) Berechnen Sie den Wachstumsfaktor $a$.
 
* a) Berechnen Sie den Wachstumsfaktor $a$.
−
* b) Bestimmen Sie die Zeit, wie lange es dauert, bis das 8-fache des Anfangswertes vorhanden ist.  
+
* b) Bestimmen Sie die Zeit, wie lange es dauert, bis das $8$-Fache des Anfangswertes vorhanden ist.  
  
 
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:900px">
 
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:900px">
Zeile 237: Zeile 260:
 
a) Aus der Angabe geht hervor, dass $N(17)=2\cdot N_0$ ist. Dies setzen wir nun in die Funktionsgleichung ein:  
 
a) Aus der Angabe geht hervor, dass $N(17)=2\cdot N_0$ ist. Dies setzen wir nun in die Funktionsgleichung ein:  
 
$$N(t)=N_0\cdot a^t$$
 
$$N(t)=N_0\cdot a^t$$
−
$$N(17)=N_0\cdot a^17$$
+
$$N(17)=N_0\cdot a^{17}$$
−
$$2\cdot N_0=N_0\cdot a^17 \ \ \ |:N_0$$
+
$$2\cdot N_0=N_0\cdot a^{17} \ \ \ |:N_0$$
−
$$2=a^{17}$$
+
$$2=a^{17} \ \ \ |\sqrt[17]{\ \ \ }$$
 
$$\sqrt[17]{2}=a$$
 
$$\sqrt[17]{2}=a$$
 
$$\underline{\underline{a=1.0416}}$$
 
$$\underline{\underline{a=1.0416}}$$
−
A: Der Wachstumsfaktor $a$ beträgt 1.0416, womit pro Stunde 4.16% dazukommen.  
+
A: Der Wachstumsfaktor $a$ beträgt $1.0416$, womit pro Tag $4.16 \%$ dazu kommen.  
  
  
  
−
b) Aus der Angabe wissen wir, dass es nach 17 Stunden zu einer Verdoppelung gekommen ist.
+
b) Aus der Angabe wissen wir, dass es nach $17$ Tagen zu einer Verdoppelung gekommen ist.
−
Da sich das expoentielle Wachsum in gleichen Zeitabständen um denselben Faktor vermehrt, gilt:
+
Da sich das exponentielle Wachstum in gleichen Zeitabständen um denselben Faktor vermehrt, gilt:
−
* nach $2\cdot 17=34$ Stunden kommt es zu einer Vervierfachung ($2\cdot 2=4$).
+
* nach $2\cdot 17=34$ Tagen kommt es zu einer Vervierfachung ($2\cdot 2=4$).
−
* Nach $3\cdot 17=51$ Stunden kommt es zu einer Verachtfachung. ($2\cdot 2 \cdot 2=8$)
+
* Nach $3\cdot 17=51$ Tagen kommt es zu einer Verachtfachung. ($2\cdot 2 \cdot 2=8$)
−
Somit dauert es 51 Stunden.
+
Somit dauert es $51$ Tage.
 
Schau dir dazu auch den Graphen bei der unteren Bemerkung an!
 
Schau dir dazu auch den Graphen bei der unteren Bemerkung an!
  
Zeile 273: Zeile 296:
 
* Die Verdoppelungszeit ist unabhängig vom Anfangswert $N_0$ (vgl. 2. Musterbeispiel)
 
* Die Verdoppelungszeit ist unabhängig vom Anfangswert $N_0$ (vgl. 2. Musterbeispiel)
 
|
 
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−
|[[Datei:Verdoppelungszeit.png|thumb|right|500px]]
+
|[[Datei:Verdoppelungszeit.png|thumb|right|500px|Mehrfache Verdoppelung eines exponentiellen Wachstums]]
 
|}
 
|}
 
   
 
   
  
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{| align="right"
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| <div class="testbutton-blue"> {{#switchtablink: Unterschied: Lin. vs. Exp. |$\rightarrow$ nächste Seite ...}} </div>
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= Unterschied: Lin. vs. Exp. =
 
=== Unterschied: Lineares und Exponentielles Wachstum ===
 
=== Unterschied: Lineares und Exponentielles Wachstum ===
  
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{| border="1" align="center"
 
{| border="1" align="center"
 
|-
 
|-
−
!| lineares Wachstum  
+
!| Lineares Wachstum  
−
!| exponentielles Wachstum
+
!| Exponentielles Wachstum
 
|-
 
|-
 
|Addition um eine konstante Zahl
 
|Addition um eine konstante Zahl
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| Graph ist eine exponentielle Kurve
 
| Graph ist eine exponentielle Kurve
 
|-
 
|-
−
| wächst immer um dieselbe konstante Zahl k
+
| wächst immer um dieselbe konstante Zahl $k$
 
| wächst immer schneller  
 
| wächst immer schneller  
 
|-
 
|-
−
| [[Datei:Lin wachstum.png|thumb|right|300px|Graph einer linearen Zunahme]]
+
| [[Datei:Lin wachstum.png|thumb|left|300px|Graph einer linearen Zunahme]]
−
| [[Datei:Exp wachstum.png|thumb|300px|right|Graph einer exponentiellen Zunahme]]
+
| [[Datei:Exp wachstum.png|thumb|300px|left|Graph einer exponentiellen Zunahme]]
 
|}
 
|}
  
Zeile 317: Zeile 338:
 
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:800px">
 
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:800px">
  
−
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel: Linear oder Exponentiell''' </span>
+
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel: linear oder exponentiell?''' </span>
  
 
<div class="mw-collapsible-content">  
 
<div class="mw-collapsible-content">  
  
−
Ordne dem passenden Wachstum zu und bestimme k bzw. a:
+
Ordne dem passenden Wachstum zu und bestimme $k$ bzw. $a$:
−
# Der Umfang eines Baumes nimmt jährlich um 5% zu:
+
# Der Umfang eines Baumes nimmt jährlich um $5 \%$ zu:
−
# Der Meeresspiegel steigt jährlich um 4 cm:
+
# Der Meeresspiegel steigt jährlich um $4 cm$:
−
# Die Bevölkerung wächst jährlich um den Faktor 1.2:
+
# Die Bevölkerung wächst jährlich um den Faktor $1.2$:
−
# Der Stamm eines Baumes wird pro Jahr um 1 cm dicker:
+
# Der Stamm eines Baumes wird pro Jahr um $1 cm$ dicker:
−
# Ein Kapital wird jährlich mit 3 % p.a. verzinst.  
+
# Ein Kapital wird jährlich mit $3 \%$ p. a. verzinst.
 +
# Der Umsatz eines Betriebes sinkt jährlich um $12 \%$.  
  
 
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:800px">
 
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:800px">
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<div class="mw-collapsible-content">  
 
<div class="mw-collapsible-content">  
−
# Der Umfang eines Baumes nimmt jährlich um 5 % zu:  <span style="color:red"> exponentiell mit $a=1.05$ </span>
+
# Der Umfang eines Baumes nimmt jährlich um $5 \%$ zu:  <span style="color:red"> exponentiell mit $a=1.05$ </span>
−
# Der Meeresspiegel steigt jährlich um 4 cm: <span style="color:red"> linear mit $k=4$ cm </span>
+
# Der Meeresspiegel steigt jährlich um $4 cm$: <span style="color:red"> linear mit $k=4 cm$ </span>
−
# Die Bevölkerung wächst jährlich um den Faktor 1.2: <span style="color:red"> exponentiell mit $a=1.2$ </span>
+
# Die Bevölkerung wächst jährlich um den Faktor $1.2$: <span style="color:red"> exponentiell mit $a=1.2$ </span>
−
# Der Stamm eines Baumes wird pro Jahr um 1 cm dicker: <span style="color:red"> linear mit $k=1$ cm </span>
+
# Der Stamm eines Baumes wird pro Jahr um $1 cm$ dicker: <span style="color:red"> linear mit $k=1 cm$ </span>
−
# Ein Kapital wird jährlich mit 3 % p.a. verzinst. <span style="color:red"> exponentiell mit $a=1.03$ </span>
+
# Ein Kapital wird jährlich mit $3 \%$ p. a. verzinst. <span style="color:red"> exponentiell mit $a=1.03$ </span>
−
# Der Umsatz eines Betriebes sinkt jährlich um 12 %: <span style="color:red"> exponentiell mit $a=0.88 \rightarrow$ siehe exponentielle Abnahme </span>
+
# Der Umsatz eines Betriebes sinkt jährlich um $12 \%$: <span style="color:red"> exponentiell mit $a=0.88 \rightarrow$ siehe exponentielle Abnahme </span>
  
 
</div>
 
</div>
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</div>
 
</div>
  
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</div>  
+
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−
  Siehe hier noch Bspe von Langer
+
<br>
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<br>
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{| align="right"
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| <div class="testbutton-blue"> {{#switchtablink: Exponentielle Abnahme |$\rightarrow$ nächste Seite ...}} </div>
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|}
  
  
−
 
+
= Exponentielle Abnahme =
−
Mache hier Learning-App-Quiz
+
==Exponentielle Abnahme $N(t)=N_0\cdot a^t$ oder $N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda\cdot t}$ ==
−
 
+
−
=== Musterbeispiel ===
+
−
 
+
−
== Exponentielle Abnahme ==
+
  
 
'''Definition:'''  
 
'''Definition:'''  
  
−
Von einer exponentiellen Abnahme spricht man, wenn sich eine Größe in gleichbleibenden Zeitintervallen immer um den gleichen Faktor verkleinert.   
+
Von einer exponentiellen Abnahme spricht man, wenn sich eine Größe in gleichbleibenden Zeitintervallen immer '''um den gleichen Faktor verkleinert'''.   
  
 
[[Datei:Exp abnahme.png|thumb|300px|right|Graph einer exponentiellen Abnahme]]
 
[[Datei:Exp abnahme.png|thumb|300px|right|Graph einer exponentiellen Abnahme]]
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| $$N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda \cdot t}$$
 
| $$N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda \cdot t}$$
 
|-
 
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−
| $a>1 ...$ ist der Abnahmefaktor und gibt an, mit welchem Faktor sich die Population pro Zeiteinheit verringert. Da die Population abnimmt, muss $0<a<1$ sein (siehe [[Exponentialfunktionen(3.5.) | Exponentialfunktionen]])
+
| $a<1 ...$ ist der Abnahmefaktor und gibt an, mit welchem Faktor sich die Population pro Zeiteinheit verringert. Da die Population abnimmt, muss $0<a<1$ sein (siehe [[Exponentialfunktionen(3.5.) | Exponentialfunktionen]])
  
 
Beispiel:  
 
Beispiel:  
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| $a=0.64$  
 
| $a=0.64$  
 
|$\rightarrow $  
 
|$\rightarrow $  
−
| die Population verringert sich um den Faktor 0.64
+
| die Population verringert sich um den Faktor $0.64$
 
| $\rightarrow $  
 
| $\rightarrow $  
−
| die Population verringert sich pro Zeiteinheit um $1-0.64=36$ %
+
| die Population verringert sich pro Zeiteinheit um $1-0.64=0.36=36 \%$
 
|}
 
|}
−
| $-\lambda<0 ...$ ist die Wachstumsrate.
+
| $-\lambda<0 ...$ ist die Abnahmerate
 
Es gilt: $a=e^{-\lambda} $
 
Es gilt: $a=e^{-\lambda} $
 
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−
<br>
 
−
<br>
 
 
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−
=== Halbierungszeit ===
+
=== Halbwertszeit ===
−
Eine besondere Eigenschaft des exponentiellen Abnahme ist, dass die Zeit für eine Halbierung der Anfangsgröße, immer gleich groß ist (vgl. Verdoppelungszeit beim exponentiellen Wachstum).
+
Eine besondere Eigenschaft der exponentiellen Abnahme ist, dass die Zeit für eine Halbierung der Anfangsgröße, immer gleich groß ist (vgl. Verdoppelungszeit beim exponentiellen Wachstum).
 
Aus diesem Grund definiert man die:
 
Aus diesem Grund definiert man die:
  
  
 
{| border ="1"
 
{| border ="1"
−
| <p style="background-color:#E0E0E0"> '''Definition: Halbierungszeit $\tau $''' </p>
+
| <p style="background-color:#E0E0E0"> '''Definition: Halbwertszeit $\tau $''' </p>
  
−
| Die Halbierungszeit $\tau$ ist die Zeit, nach welcher Zeitspanne sich eine Größe halbiert hat. Insbesondere gilt: $$N(\tau)=\frac{N_0}{2}$$  
+
| Die Halbwertszeit $\tau$ ist die Zeit, in der sich eine Größe halbiert hat. Insbesondere gilt: $$N(\tau)=\frac{N_0}{2}$$  
 
$$\textrm{(in Worten: „die Anzahl nach $\tau$ Zeiteinheiten ist die Hälfte des Anfangswertes }N_0\textrm{"}$$  
 
$$\textrm{(in Worten: „die Anzahl nach $\tau$ Zeiteinheiten ist die Hälfte des Anfangswertes }N_0\textrm{"}$$  
 
|}
 
|}
  
  
−
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:900px">
+
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:800px">
  
 
<span style="color:#A020F0> '''Musterbeispiel:''' </span>
 
<span style="color:#A020F0> '''Musterbeispiel:''' </span>
  
 
<div class="mw-collapsible-content">  
 
<div class="mw-collapsible-content">  
−
Von einer Bestimen Menge eines radioaktiven Elements zerfallen stündlich 4 %.   
+
Von einer bestimmten Menge eines radioaktiven Elements zerfallen stündlich $4 \%$.   
 
* a) Stellen Sie das Zerfallsgesetz in der Form $N(t)=N_0\cdot a^t$ auf.  
 
* a) Stellen Sie das Zerfallsgesetz in der Form $N(t)=N_0\cdot a^t$ auf.  
 
* b) Bestimmen Sie die Halbwertszeit.
 
* b) Bestimmen Sie die Halbwertszeit.
 
* c) Bestimmen Sie zusätzlich noch das Zerfallsgesetz in der Form $N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda \cdot t}$
 
* c) Bestimmen Sie zusätzlich noch das Zerfallsgesetz in der Form $N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda \cdot t}$
−
* d) Nach wie vielen Stunden ist nur noch 1 % der Anfangsmenge vorhanden?
+
* d) Nach wie vielen Stunden ist nur noch $1 \%$ der Anfangsmenge vorhanden?
  
  
−
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:900px">
+
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:800px">
 
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
  
Zeile 421: Zeile 441:
  
 
b)  
 
b)  
−
Bei der Halbwertszeit gilt, dass $N(t)=\frac{N_0}{2}$ ist. Setzt man dies in das Zerfallsgesetz ein. erhält man:
+
Bei der Halbwertszeit gilt, dass $N(t)=\frac{N_0}{2}$ ist. Setzt man dies in das Zerfallsgesetz ein, erhält man:
 
$$ N(t)=N_0\cdot 0.96^t$$
 
$$ N(t)=N_0\cdot 0.96^t$$
 
$$ \frac{N_0}{2}=N_0\cdot 0.96^t \ \ \ |:N_0$$
 
$$ \frac{N_0}{2}=N_0\cdot 0.96^t \ \ \ |:N_0$$
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$$\underline{\underline{t=16.98}}$$
 
$$\underline{\underline{t=16.98}}$$
  
−
A: Die Halbwerszeit beträgt ca. 17 Stunden.
+
A: Die Halbwertszeit beträgt ca. $17$ Stunden.
  
  
−
c) Hier müssen wir nur das $\lambda$ berechnen. Es gilt $a=e^{-\lambda}$. Dadurch kann man $\lambda$ berechnen:
+
c) Hier müssen wir nur das $\lambda$ berechnen. Es gilt $a=e^{-\lambda}$. Dadurch kann $\lambda$ bestimmt werden:
 
$$0.96=e^{-\lambda}$$
 
$$0.96=e^{-\lambda}$$
 
$$ \ln 0.96 = -\lambda \ln e \ \ \ |\ln e=1$$
 
$$ \ln 0.96 = -\lambda \ln e \ \ \ |\ln e=1$$
Zeile 438: Zeile 458:
 
$$ \underline{\underline{0.041=\lambda}}$$
 
$$ \underline{\underline{0.041=\lambda}}$$
  
−
Somit lautet das Zerfallsgesatz in der $e^{-\lambda}$-Form:
+
Somit lautet das Zerfallsgesetz in der $e^{-\lambda}$-Form:
 
$$N(t)=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$
 
$$N(t)=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$
 
   
 
   
  
 
d)  
 
d)  
−
Gefragt ist, wann $N(t)=1 \textrm{% von }N_0$ vorhanden ist - d.h.: $N(t)=0.01\cdot N_0$.
+
Gefragt ist, wann $$N(t)=1 \textrm{% von }N_0$$ ist. Formulieren wir dies noch "mathematischer", so erhalten wir: $$N(t)=0.01\cdot N_0$$
−
Setzten wir dies in das Zerfallsgesetz aus a) oder c) ein (es ist hier völlig egal, welche Formeln man nimmt), so erhält man:
+
Setzen wir dies in das Zerfallsgesetz aus a) oder c) ein (es ist hier völlig egal, welche Formel man nimmt), so erhält man:
 
$$N(t)=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$
 
$$N(t)=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$
 
$$0.01\cdot N_0=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$
 
$$0.01\cdot N_0=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$
Zeile 452: Zeile 472:
 
$$\underline{\underline{t=112.32}}$$
 
$$\underline{\underline{t=112.32}}$$
  
−
A: Erst nach etwas mehr als 112 Stunden sind 99 % der Anfangsmenge zerfallen.   
+
A: Erst nach etwas mehr als $112$ Stunden sind $99 \%$ der Anfangsmenge zerfallen.   
  
  
Zeile 465: Zeile 485:
  
 
{| border ="1"
 
{| border ="1"
−
|<p style="background-color:#E0E0E0">'''Merke:''' </p>
+
|<p style="background-color:#E0E0E0">'''Merke: $\ \ \  \  \ \    $    ''' </p>
  
 
|  
 
|  
−
* Die Halbierungszeit wird berechnet, indem man für $$N(t)=\frac{N_0}{2}$$ einsetzt.
+
* Die Halbwertszeit wird berechnet, indem man für $$N(t)=\frac{N_0}{2}$$ einsetzt.
  
  
 
    
 
    
−
* Die Halbierungszeit ist unabhängig vom Anfangswert $N_0$  
+
* Die Halbwertszeit ist unabhängig vom Anfangswert $N_0$.
 
|
 
|
−
|[[Datei:Halbierungszeit1.png|thumb|right|650px]]
+
|[[Datei:Halbierungszeit1.png|thumb|right|600px| Wartet man die Halbwertszeit $\tau$ ab, so halbiert sich der Anfangswert, unabhängig davon wie groß dieser ist.]]
 
|}
 
|}
 +
<br>
 +
<br>
  
 +
=== Übungsaufgaben ===
 +
Weitere [https://www1.vobs.at/maturawiki/images/2/2c/Bspe_zur_exp_Abnahme.pdf Übungsaufgaben (klicke hier)] und die dazugehörenden [https://www1.vobs.at/maturawiki/images/b/b1/Bspe_zur_exp_Abnahme_-_L%C3%B6sungen.pdf Lösungen (klicke hier)].
 +
<br>
 +
<br>
 +
<!-- == Quadratisches Wachstum $N(t)=a\cdot t^2+b\cdot t+N_0$==
 +
=== Definition und Verwendung===
 +
=== Musterbeispiel ===
 +
-->
  
−
'''Beispiele:'''
+
<!-- == Beschränktes und Logistisches Wachstum ==
−
Weitere [http://matura.marienberg.at/images/2/2c/Bspe_zur_exp_Abnahme.pdf Aufgaben (klicke hier)] und die dazugehörenden [Datei:Bspe zur exp Abnahme - Lösungen.pdf Lösungen (klicke hier)].
+
-->
 +
{| align="right"
 +
| <div class="testbutton-blue"> {{#switchtablink: Matura-Aufgaben |$\rightarrow$ nächste Seite ...}} </div>
 +
|}
  
  
−
== Quadratisches Wachstum $N(t)=a\cdot t^2+b\cdot t+N_0$==
+
= Funktionsgleichung einer Exponentialfunktion aufstellen =
−
=== Definition und Verwendung===
+
 
−
=== Musterbeispiel ===
+
In diesem Abschnitt wird die Darstellungsform $f(x)=c\cdot a^x $ verwendet. Das Vorgehen mit der Darstellungsform zur Basis $e$ mit $f(x)=c\cdot e^{ \pm \lambda x} $ funktioniert auf die selbe Weise.
 +
 
 +
 
 +
{{Vorlage:Merke|1=  Willst du eine Funktionsgleichung einer Exponentialfunktion aufstellen, gehe so vor:
 +
* Möglichkeit 1: <br/> Direkt aus dem Text: Finde den Anfangswert $c$ sowie den Änderungsfaktor $a$ heraus <br/> und setze diese Werte in die allgemeine Funktionsgleichung ein. <br/>
 +
* Möglichkeit 2: <br/>  Mit zwei Informationen: Definiere die allgemeine Funktionsgleichung z.B. $f(x):=c\cdot a^x$ in CAS, <br/> gib die zwei Infos (z.B. zwei Punkte) als Gleichung ein und löse sie mit ''Löse({Gl1,Gl2},{a,c})'' und ≈.
 +
}}
 +
 
 +
 
 +
<span style="color:#FF8C00"> '''Achtung:'''  </span>
 +
$a$ muss immer eine positive Zahl sein! Mit dem Shortcut $x\color{red}{≈}$ kommt oft nur die negative Lösung für $a$ heraus.
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> Wie sieht das in GeoGebra CAS aus? </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
[[Datei:Lernpfad1_Befehl_vs_Shortcut_2.jpg|480px]] $\rightarrow $ [[Datei:Lernpfad1_Befehl_vs_Shortcut_1.jpg|480px]] <br/>
 +
Die richtige Antwort lautet $f(x)=30\cdot 1,29567^x $
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<span style="color:#228B22"> '''WH:'''  </span>
 +
* Der Punkt $(2|50)$ wird in GeoGebra CAS zur Gleichung $f(2)=50$. GeoGebra setzt dies dann in die allgemeine Funktionsgleichung ein und gibt in der Ausgabe der Zeile $c\cdot a^2=50$ an.
 +
* Eine ausführliche Wiederholung findest du hier: [[Wachstums-_und_Zerfallsprozesse#Wiederholung|Wiederholung]]
 +
 
 +
'''Aufgabe:''' Begründe, warum man zwei Punkte benötigt, um die Exponentialfunktion aufzustellen.
 +
 
 +
'''Aufgabe:''' Überlege, welche andere Funktion mit zwei Infos aufgtestellt werden kann.
 +
 
 +
<br/>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel:''' Möglichkeit 1 mit dem Matura-Beispiel ''Kunststoffmüll a1)'' </span>
 +
 
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
Die zeitliche Entwicklung der jährlich weltweit produzierten Masse an Kunststoff kann näherungs weise durch die Exponentialfunktion $f$ beschrieben werden. <br/>
 +
 
 +
$t$... Zeit in Jahren mit $t=0$ für das Jahr 1950 <br/>
 +
$f(t)$... jährlich weltweit produzierte Masse an Kunststoff zur Zeit $t$ in Millionen Tonnen <br/>
 +
 
 +
Im Jahr 1950 betrug die jährlich weltweit produzierte Masse an Kunststoff 2 Millionen Tonnen.
 +
Seitdem stieg die jährlich weltweit produzierte Masse an Kunststoff um jeweils 8,5 % pro Jahr
 +
im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr an. <br/><br/>
 +
Stellen Sie eine Gleichung der Exponentialfunktion $f$ auf.
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> $f(t)=2\cdot 1,085^t $
 +
<br />
 +
Hier musst du aus dem Text den Anfangswert sowie die jährliche prozentuelle Änderung herauslesen und entsprechend in die Form $f(t)=c\cdot a^t$ einsetzen. Du musst wissen, dass $c$, also die Zahl ohne den Exponenten, der Anfangswert und $a$, die Zahl mit dem Exponenten, der Änderungsfaktor ist. Der Änderungsfaktor gibt an, AUF wie viel % der Grundwert jährlich ansteigt: $100 %+8,5 % = 108,5 % \mathrel{\hat=} 1,085 $.
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Quelle:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
<br/>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel:''' Möglichkeit 2 mit dem Matura-Beispiel ''W-Lan b1)'' </span>
 +
 
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
Eine Technikerin modelliert die Datenübertragungsrate in Abhängigkeit von der Entfernung von einem Access-Point mit einer Exponentialfunktion $d$. <br/>
 +
 
 +
$d(x)=c\cdot a^x $ <br/>
 +
 
 +
$x$... Entfernung in m
 +
$d(x)$... Datenübertragungsrate in einer Entfernung $x$ in Mbit/s <br/>
 +
 
 +
Sie ermittelt folgende Messwerte: <br/>
 +
[[Datei:Lernpfad1 Ü3.png|Matura-Bsp. W-Lan b1)|links|300px]]
 +
<br/><br/><br/><br/><br/>
 +
Berechnen Sie die Parameter $a$ und $c$ der Exponentialfunktion $d$.
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> $c≈772,22605 $ und $a≈0,91674$ <br/>
 +
[[Datei:Lernpfad1 Ü4.png|links|350px|Lösung zum Matura-Bsp. W-Lan b1)]]
 +
<br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Quelle:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
{{Vorlage:Merke|1=  '''Sonderfall bei Möglichkeit 2:''' Bei einer Exponentialfunktion $f(x)=c\cdot a^x $ kannst du den Änderungsfaktor $a$ auch unabhängig vom Anfangswert $c$ herausfinden. Dazu brauchst du nur eine Information. <br/>
 +
 
 +
Dafür gibt es mehrere Wege:
 +
 
 +
* Weg 1: In GeoGebra CAS <br/>
 +
:- Definiere die allgemeine Funktionsgleichung und setze gleich für den Anfangswert $c=1$ ein ($1 \mathrel{\hat=} 100 %$) z.B. $f(x):=1\cdot a^x$ in CAS, <br/> gib die Info (z.B. ein Punkte) als Gleichung ein und löse sie mit ''Löse(Gl1,a)'' und ≈ oder dem Shortcut $x\color{red}{≈}$.
 +
:- Definiere die allgemeine Funktionsgleichung, gib die Info als Gleichung ein und löse sie mit ''Löse(Gl1,a)''. <span style="color:#FF8C00"> '''Achtung:'''  </span>  Hier funktioniert der Shortcut nicht!
 +
 
 +
* Weg 2: Verwende das [[geometrische Mittel]]. }}
 +
 
 +
<span style="color:#228B22"> '''WH:'''  </span> geometrisches Mittel
 +
$a= \sqrt[ \text{Zeitspanne}]{\text{Änderungsfaktor der gesamten Änderung}} $
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Beispiel zum geometrischen Mittel''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> Das Kapital ist in drei Jahren insgesamt um 22,5034 % angestiegen. Berechne, um wie viel Prozent das Kapital durchschnittlich pro Jahr angestiegen ist. <br/>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
* Der Änderungsfaktor der prozentuellen Änderung über die drei Jahre ist $(1+\frac{22,5034}{100} ) = 1,225034 $
 +
* Der Änderungsfaktor für die prozentuelle Änderung ''in einem Jahr'' $a$ berechnet man mit
 +
$a= \sqrt[3]{1,225034} ≈1,07 \mathrel{\hat=} 107 % $ <br/> D.h. das Kapital steigt innerhalb eines Jahres AUF 107 %.
 +
* Antwort: Das Kapital steigt im Mittel UM 7 % pro Jahr.
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel:''' Sonderfall Möglichkeit 2 mit dem Matura-Beispiel ''Leuchtdioden c1)'' </span>
 +
 
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
Ein Maß für die Helligkeit einer Lichtquelle ist der sogenannte ''Lichtstrom''. Dieser wird in der
 +
Einheit Lumen angegeben.
 +
Man geht davon aus, dass der maximale Lichtstrom von LEDs durch technische Weiterentwicklung exponentiell ansteigen wird.
 +
Dabei gilt: Alle 10 Jahre steigt der maximale Lichtstrom von LEDs auf das 20-Fache.
 +
Diese Entwicklung kann durch eine Exponentialfunktion $L$ modelliert werden. <br/>
 +
$L(t)=L_0 \cdot a^t $ <br/>
 +
 
 +
$t$... Zeit in Jahren <br/>
 +
$L(t)$... maximaler Lichtstrom zur Zeit $t$ in Lumen <br/>
 +
$L_0$... maximaler Lichtstrim zur Zeit $t=0$ in Lumen <br/>
 +
$a$... positiver Parameter <br/>
 +
 
 +
Berechnen Sie den Parameter $a$.
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> $a≈1,34928$
 +
<br />
 +
'''Mit GeoGebra-CAS:''' Die negative Lösung für $a$ ist im Kontext eines Änderungsfaktors nicht sinnvoll! <br/>
 +
 
 +
[[Datei:Lernpfad1 Ü5 Version 2.png|links|350px|Lösung Matura-Bsp. Leuchtdioden c1)]] oder [[Datei:Lernpfad1 Ü5.png|350px|Lösung Matura-Bsp. Leuchtdioden c1)]] <br/>
 +
'''Mit dem geometrischen Mittel:''' <br/>
 +
 
 +
$a= \sqrt[ \text{Zeitspanne}]{\text{Änderungsfaktor der gesamten Änderung}} = \sqrt[10]{20} ≈1,34928 $
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Quelle:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0
 +
 
 +
</div>
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 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
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</div>
 +
 
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== Weitere Beispiele ==
 +
=== Übung zur Bestimmung der Funktionsgleichung ===
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Bestimme die Funktionsgleichung in der Form $f(x)=b\cdot a^x$. Gib dazu die Funktionsgleichung bei $f(x)$ ein.
 +
 
 +
<ggb_applet width="800" height="400" version="5.0" id="tHm6RSuz" />
 +
 
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<br>
 +
 
 +
=== Matura-Beispiele ===
 +
Du kannst auch den Titel der Aufgabe im [https://www.aufgabenpool.at/amn/index.php?id=AM  Aufgabenpool ] im Feld '''Volltext-/ ID-Suche''' eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.
 +
 
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BPilze%2A%3Bd%3BA_382%3B1145%3B&l=n  Pilze* d1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BNachhaltige%20Entwicklungsziele%2A%3Bc%3BA_374%3B1109%3B&l=n  Nachhaltige Entwicklungsziele* c1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BKunststoff%2A%3Bb%3BA_368%3B1089%3B&l=n  Kunststiff* b2) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BWeltbev%C3%B6lkerung%2A%3Ba%3BB_640%3B1078%3B&l=n  Weltbevölkerung* a1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BK%C3%A4se%20%2A%3Ba%3BA_341%3B1009%3B&l=n  Käse* a1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BRaucherentw%C3%B6hnung%20%2A%3Bb%3BA_338%3B993%3B&l=n  Raucherentwöhnung* b1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BSonnenblumen%20%2A%3Bb%3BA_329%3B952%3B&l=n  Sonnenblumen* b1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BObst%20%2A%3Bc%3BA_320%3B933%3B&l=n  Obst* c1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BWinterdienst%20%2A%3Bc%3BA_315%3B916%3B&l=n  Winterdienst* c1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BDesinfektion%20%2A%3Ba%3BB_530%3B903%3B&l=n  Desinfektion* a1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BSonnenlicht%20und%20Vitamin%20D%20%2A%3Bb%3BA_300%3B864%3B&l=n  Sonnenlicht und Vitamin D* b1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BStreaming%20%2A%3Ba%3BB_501%3B851%3B&l=n  Streaming* a1) ] <br/>
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BSozialausgaben%20%281%29%20%2A%3Bb%3BB_481%3B813%3B&l=n  Sozialausgaben (1)* b1) ] <br/>
 +
 
 +
= Matura-Aufgaben =
 +
== Vermischte Beispiele ==
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 +
* [https://www1.vobs.at/maturawiki/images/9/9b/Aufgaben_zu_den_verschiedenen_Wachstumsmodellen_%28exp-log-beschr%29.pdf  Aufgaben zu den verschiedenen Wachstumsmodellen] (Lösungen enthalten)
 +
 
 +
* [https://www1.vobs.at/maturawiki/images/e/e2/Aufgaben_-_St-Riedmann_-_Angabe.pdf  Weitere Aufgaben (S. Riedmann)]
 +
:: ... und [https://www1.vobs.at/maturawiki/images/3/38/Aufgaben_-_St-Riedmann_-_L%C3%B6sungen.pdf  hier die Lösungen]
 +
 
 +
*  [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [https://www.mathago.at/wp-content/uploads/2019/06/A_019.pdf Schiunfälle] (bifie-Aufgabe: leicht)
 +
:: siehe auch [[Beschreibende Statistik]]
 +
 
 +
*  [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://www.mathestunde.at/pool/pdf/Neuronen_der_Gro%C3%9Fhirnrinde-190130.pdf Neuronen in der Großhirnrinde] (bifie-Aufgabe: leicht)
 +
 
 +
*  [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=220&file=PKW-Bestand.pdf PKW-Bestand] (leicht)
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=178&file=Alkoholspiegel.pdf Alkoholspiegel] (leicht-leicht-mittel-mittel)
 +
 
 +
*  [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=203&file=Wirksame_Substanz_eines_Medikamentes.pdf Wirkame Substanz eines Medikamentes] (bifie-Aufgabe: mittel)
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [https://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=218&file=Tauchen_(1).pdf Tauchen] (bifie-Aufgabe)
 +
: Siehe auch: [[Rechnen mit Termen(2.1.)#Terme und Gleichungen aufstellen | Gleichungen aufstellen]] und [[Äquivalenzumformungen]]
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=14&file=Taschengeld.pdf Taschengeld] (bifie-Aufgabe)
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [https://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=15&file=Luftdruck_(1).pdf Luftdruck1] (bifie-Aufgabe)
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://www.mathestunde.at/pool/pdf/Bevoelkerung-130212.pdf Bevölkerung] (bifie-Aufgabe)
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://www.mathestunde.at/pool/pdf/Holzbestand_und_Waldflaeche-150306.pdf Holzbestand und Waldfläche] (bifie-Aufgabe)
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=21&file=Hefeteig.pdf Hefeteig] (bifie-Aufgabe)
 +
*: siehe auch [[Lineare Funktionen]]
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=19&file=Altersbestimmung.pdf Altersbestimmung] (bifie-Aufgabe)
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=24&file=Kleintransporte.pdf Kleintransporter] (bifie-Aufgabe)
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://aufgabenpool.srdp.at/bhs/download.php?qid=159&file=Radausflug.pdf Radausflug] (bifie-Aufgabe:mittel-mittel-mittel-leicht)
 +
: Siehe auch
 +
: * [[Beschreibende Statistik]]
 +
: * [[Trigonometrie (2.12 und 3.10) | Trigonometrie]]
 +
 
 +
* [[Bifie-grün: Aufgaben des Bifie | <span style="background-color:#7CFC00"> $Bifie$ </span>]]: [http://mathestunde.at/pool/pdf/Bevoelkerungswachstum_in_den_USA-160826.pdf Bevölkerungswachstum in den USA] (leicht-leicht-mittel)
 +
: Siehe für Aufgabe b) und c) auch [[Differenzen- und Differentialquotient]]
 +
 
 +
= W1 und W2: beschränkte Modelle =
 +
Schulformspezifische Kompetenzen: W1 (HLFS/HUM) und W2 (HAK) <br/>
 +
 
 +
'''Aufgabe:''' Warum eignet sich die Exponentialfunktion für folgende Situationen nicht? Mache dir Notizen und skizziere jeweils einen möglichen Graphen!
 +
* Abkühlung eines Tees
 +
* Erwärmung von Schokoladeneis
 +
* Absatzmenge des neuen Videospiels "GTA6"
 +
* Followeranzahl eines neuen Social-Media-Accounts deiner Schule
 +
 
 +
== Beschränktes Wachstum und beschränkte Abnahme==
 +
=== Funktionsgleichung ===
 +
In der [https://aufgabenpool.at/amn/gk/srdp_am_ma_formelsammlung.pdf Formelsammlung] findet man unter "Wachstums- und Abnahmeprozesse" das beschränkte Wachstum.
 +
 
 +
{{Vorlage:Definition |1=
 +
Es gilt:
 +
* $S, a, \lambda \in \R^+ $ ($S, a, \lambda$ sind positive, reelle Zahlen)
 +
* $0<a<1$
 +
* $t$...Zeit, $N(t)$... Änderungsgröße und $N_0$...Anfangswert zum Zeitpunkt $t=0$ <br/><br/>
 +
 
 +
Das '''beschränkte Wachstum''' wird durch Funktionen der Form $\boldsymbol{N(t)=S-b\cdot a^t }$ oder $\boldsymbol{N(t)=S-b\cdot e^{-\lambda \cdot t} } $ beschrieben. <br/> $S$ nennt man "Schranke", "Sättigungswert" oder "Kapazitätsgrenze" und es gilt $b=S-N_0$. <br/><br/>
 +
 
 +
Die '''beschränkte Abnahme''' wird durch Funktionen der Form $\boldsymbol{N(t)=S+b\cdot a^t }$ oder $\boldsymbol{N(t)=S+b\cdot e^{-\lambda \cdot t} } $ beschrieben. <br/> $S$ nennt man "Schranke" und es gilt $b=\vert S-N_0 \vert $. <br/><br/>
 +
 
 +
}}
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> <span style="color:#228B22"> '''WH:'''  </span> [https://3.vobs.at/maturawiki/index.php/Betragsfunktion Betrag einer Zahl $|x|$ ] </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
* Der Betrag macht jede Zahl $x \in \R$ positiv.
 +
* Den Betrag einer Zahl erhältst du, indem du das Vorzeichen weglässt.
 +
* Grafisch interpretiert ist der Betrag einer Zahl $|x|$ der '''Abstand der Zahl $x$ zu $0$''' auf der Zahlengerade. Da ein Abstand niemals negativ sein kann, gilt immer $|x|≥0$.
 +
* z.B. $|5|=5$ und $|-5|=5$
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
=== Graph ===
 +
 
 +
 
 +
[[Datei:beschränkte Zunahme.png|thumb|links|410px|beschränkte Zunahme, Funktionsgleichung aus dem Matura-Bsp. Speiseeis (2) b)]] [[Datei:beschränkte Abnahme.png|thumb|rechts|445px|beschränkte Abnahme, Funktionsgleichung aus dem Matura-Bsp. Trinkflaschen c)]]
 +
 
 +
<br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/>
 +
 
 +
'''Aufgabe:''' Verändere mit Hilfe der Schieberegler die Parameter $S, b$ und $a$. Halte schriftlich fest, wie sich der Graph verändert, wenn du die einzelnen Schieberegler betätigst. <br/>
 +
 
 +
 
 +
Sollte die folgende Animation nicht funktionieren, klicke [https://www.geogebra.org/m/qxxgqd4t auf diesen Link ]. <br/>
 +
 
 +
{{#widget:Iframe
 +
|url= https://www.geogebra.org/material/iframe/id/dstgeupx/width/1472/height/872/border/888888/sfsb/true/smb/false/stb/false/stbh/false/ai/false/asb/false/sri/false/rc/false/ld/false/sdz/false/ctl/false
 +
|width=  883
 +
|height=  523
 +
|border=0
 +
}}
 +
 
 +
 
 +
{{Vorlage:Merke|1=  $N(t)$ (der $y$-Wert) nähert sich mit zunehmender Zeit $t$ dem Wert $S$ immer mehr an. D.h. der Graph erreicht nie die Sättigungsgrenze, sondern kommt dieser nur unendlich nahe. Damit ist die Schranke $S$ mit $y=S$ eine Asymptote der Funktion $N(t)$.
 +
}}
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> <span style="color:#228B22"> '''WH:'''  </span> Asymptote </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> Eine Asymptote einer reellen Funktion $f$ ist eine Gerade, an die sich der Graph von $f$ beliebig nähert ohne sie je zu berühren.
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
'''Aufgabe:''' Versuche es selbst in GeoGebra:
 +
# Gib die Funktionsgleichung der beschränkten Abnahme $N(t)=20+77\cdot 0,93^t $ sowie die Geradengleichung $S(t)=20$ im Algebra-Fenster ein.
 +
# Schaut es aus, als ob sich die Graphen berühren bzw. schneiden? Dann zoome dort weiter hinein und du wirst sehen, dass immer ein (winziger) Abstand zwischen den Graphen liegt.
 +
# Gib im CAS-Fenster den Befehl ''Schnittpunkt( Funktion, Funktion)'' ein und setze $N$ und $S$ ein. GeoGebra gibt dir $\{ \}$ aus, was bedeutet, dass es keinen Schnittpunkt gibt.
 +
#Gib im Algebra-Fenster den Befehl ''Schnittpunkt( Funktion, Funktion, Startwert, Endwert)'' ein und setze $N$, $S$ sowie $0$ als Startwert und eine beliebige, sehr große Zahl wie z.B. $100000000000000000$ ein. GeoGebra gibt dir $?$ aus, was bedeutet, dass es keinen Schnittpunkt gibt.
 +
::- Achtung: Der Befehl ohne den Start- und Endwert ist im Algebra-Fenster fehlerhaft!
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel:''' Begründung, warum sich $N(t)$ der Schranke $S$ beliebig nähert. </span>
 +
 
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
 
 +
Gegeben ist ein beschränktes Wachstum mit der Funktionsgleichung $N(t)=S-b\cdot a^t$, wobei $a$ eine Zahl zwischen 0 und 1 ist ($0<a<1$). <br/>
 +
 
 +
Argumentiere mathematisch, dass die Funktionswerte $N(t)$ für $t\rightarrow \infty $ dem Wert $S$ beliebig nahe kommt.
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
 
 +
Wird $t$ immer größer, wird $a^t$ immer kleiner und nähert sich bei "unendlich großen" Werten für $t$ unendlich nah an 0 an. Dies gilt, weil $a$ eine Zahl zwischen 0 und 1 ist, <br/>
 +
 
 +
<span style="color:#6495ED"> z.B. $a=0,3$: <br/>
 +
$0,3^1=0,3 $ <br/>
 +
$0,3^2=0,09$<br/>
 +
$0,3^5=0,00243 $<br/>
 +
$0,3^{10}=0,0000059049$<br/>
 +
usw. </span>
 +
 
 +
Für $t\rightarrow \infty $ gilt $a^t≈\color{blue}{0}$. Daher ist $b\cdot a^t≈b\cdot \color{blue}{0}=0$ und $N(t)=S-b\cdot a^t≈S-b\cdot \color{blue}{0}=S-\color{blue}{0}=S$
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
<br/>
 +
 
 +
=== Matura-Beispiele zur Schranke und zum Anfangswert ===
 +
 
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel:''' Matura-Beispiel ''Weltbevölkerung c1)'' </span>
 +
 
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
Angabe
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> blabla
 +
<br />
 +
+ GG-Screenshot + Video?
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Quelle:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div> <br/>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel:''' Matura-Beispiel ''Videoplattform c1)'' </span>
 +
 
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
Angabe
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> blabla
 +
<br />
 +
+ Video zu den zwei Wegen: N(0) berechnen oder in CAS mit b=|S-N_0|
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Quelle:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div> <br/>
 +
 
 +
Du kannst auch den Titel der Aufgabe im [https://www.aufgabenpool.at/amn/index.php?id=AM  Aufgabenpool ] im Feld '''Volltext-/ ID-Suche''' eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.
 +
 
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BWeltbev%C3%B6lkerung%2A%3Bc%3BB_640%3B1078%3B&l=n  Weltbevölkerung* c1) ] <br/> Begründung zur Asymptote
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BVideoplattform%2A%3Bc%3BB_675%3B1137%3B&l=n Videoplattform* c1) ] <br/> Anfangswert und Schranke einzeichnen
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3B%C3%96ffentlicher%20Verkehr%20in%20Wien%20%2A%3Bb%3BB_515%3B874%3B&l=n Öffentlicher Verkehr in Wien b1) + b3)] <br/> zum Anfangswert argumentieren, Schranke interpretieren
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BK%C3%BCchenger%C3%A4t%20%2A%3Ba%3BB_557%3B943%3B&l=n Küchengerät* a1)] <br/> zum Anfangswert argumentieren
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BTrinkflaschen%20%2A%3Bc%3BB_580%3B976%3B&l=n Trinkflaschen* c2)] <br/> Anfangswert angeben
 +
 
 +
<br/>
 +
 
 +
== Funktionsgleichung aufstellen ==
 +
Möchtest du die Funktionsgleichung eines beschränkten Modells aufstellen, gehst du wie immer vor: [https://3.vobs.at/maturawiki/index.php/Wachstums-_und_Zerfallsprozesse#Wiederholung Wiederholung] <br/>
 +
 
 +
Für $S, b$ und $a$ bzw. $S, b$ und $\lambda$ benötigst du drei Infos (z.B. Anfangswert, Änderungsfaktor, Punkte, Kapazitätsgrenze/Schranke).
 +
 
 +
{{Vorlage:Merke|1= Ist die Schranke $S$ direkt gegeben, musst du sie dofort in die Funktionsgleichung einsetzen! Du kannst keine Gleichung der Form $N(t)=S$ aufstellen, da die Schranke nie erreicht wird.}}
 +
 
 +
=== Matura-Beispiele zum Aufstellen der Funktionsgleichung ===
 +
 
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:1000px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Übungsbeispiel:''' Matura-Beispiel ''xy c1)'' </span>
 +
 
 +
<div class="mw-collapsible-content">
 +
Angabe
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Lösung:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> blabla
 +
<br />
 +
+ GG-Screenshot + Video?
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="toccolours mw-collapsible mw-collapsed" style="width:990px">
 +
<span style="color:#A020F0> '''Quelle:''' </span>
 +
<div class="mw-collapsible-content"> Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
</div>
 +
 
 +
 
 +
Du kannst auch den Titel der Aufgabe im [https://www.aufgabenpool.at/amn/index.php?id=AM  Aufgabenpool ] im Feld '''Volltext-/ ID-Suche''' eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.
 +
 
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BVideoplattform%2A%3Ba%3BB_675%3B1137%3B&l=n Videoplattform* a1)] <br/> ein Parameter ermitteln
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BOnline-Shopping%20%2A%3Bb%3BB_596%3B1004%3B&l=n Online-Shopping* b1)] <br/> ein Parameter ermitteln
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BOnline-Shopping%20%2A%3Bb%3BB_596%3B1004%3B&l=n Küchengerät* a2)] <br/> ein Parameter ermitteln
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BThermometer%20%2A%3Bb%3BB_540%3B914%3B&l=n Thermometer* b)] <br/> zwei Parameter ermitteln
 +
* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BThermometer%20%2A%3Bb%3BB_540%3B914%3B&l=n Kfz-Bestand (1)* c1) + c2)] <br/> zwei Parameter ermitteln
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= W1 und W2: logistisches Modell =  
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Schulformspezifische Kompetenzen: W1 (HLFS/HUM) und W2 (HAK) <br/>
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'''Aufgabe:''' Warum eignet sich die Exponentialfunktion für folgende Situationen nicht? Mache dir Notizen und skizziere jeweils einen möglichen Graphen!
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* Anzahl der gekauften E-Autos in Österreich
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* Verbreitung eines Gerüchts an deiner Schule
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* Entwicklung der Weltbevölkerung
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* Ausbreitung einer Bakterienkultur in einer Petrischale
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* Nutzerzahl einer neuen Social-Media-App
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== logistisches Wachstum ==
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=== Funktionsgleichung ===
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asdf
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=== Graph ===
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asdf
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==== Matura-Beispiele zur Schranke ====
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Du kannst auch den Titel der Aufgabe im [https://www.aufgabenpool.at/amn/index.php?id=AM  Aufgabenpool ] im Feld '''Volltext-/ ID-Suche''' eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.
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* [https://aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BKraftfahrzeug-Bestand%20%2A%3Bb%3BB_607%3B1020%3B&l=n  Kraftfahrzeug-Bestand* b2) ] <br/>
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== Funktionsgleichung aufstellen ==
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asdf
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= W1- und W2-Matura-Aufgaben =
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Schulformspezifische Kompetenzen: W1 (HLFS/HUM) und W2 (HAK)
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== Eigenständige Suche im Aufgabenpool ==
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Öffne die Seite des [https://www.aufgabenpool.at/amn/index.php?id=AM  Aufgabenpools - Angewandte Mathematik (BHS-BRP)].
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Mit dem Deskriptor '''B_W_3.5''' kannst du ganz leicht selbst alle Aufgaben der Zentralmatura einsehen, bei denen es um Modelle für die Beschreibung von Änderungsprozessen (insb. beschränkte und logistische Modelle) geht. Dabei muss man u.a. Funktionsgleichungen aufstellen bzw. Parameter berechnen, mit der Funktionsgleichung Berechnungen durchführen und sie grafisch darstellen, Ergebnisse interpretieren oder im Kontext argumentieren.
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Wie schaut dies im Aufgabenpool aus?
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Zudem kannst du mit dem Schlagwort '''Exponentialgleichungen''' nach weiteren Aufgaben suchen, bei denen zum Teil auch eine Funktion von beschränkten sowie logistischen Modellen verwendet wird. Achte darauf, dass du beim Aufgabentyp nur "Prüfungsaufgabe*", "Typ-A", "Typ-B (W1 HLFS/HUM)" und "Typ-B (W2 HAK)" aktiviert hast.
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Wie schaut dies im Aufgabenpool aus?
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== Spezifische Aufgaben ==
  
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== Beschränktes und Logistisches Wachstum ==
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Du kannst auch den Titel der Aufgabe im [https://www.aufgabenpool.at/amn/index.php?id=AM  Aufgabenpool ] im Feld '''Volltext-/ ID-Suche''' eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.
  
−
== Durchmischte Beispiele ==
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BVideoplattform%2A%3Ba%3BB_675%3B1137%3B&l=n  Videoplattform* a) ]: <br/> Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen und damit eine Berechnung durchführen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BVideoplattform%2A%3Bb%3BB_675%3B1137%3B&l=n  Videoplattform* b2) ] <br/> mit der Funktionsgleichung eines logistischen Wachstums eine Berechnung durchführen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BVideoplattform%2A%3Bc%3BB_675%3B1137%3B&l=n  Videoplattform* c) ] <br/> Eigenschaften der Funktionsgleichung eines beschränkten Zerfalls hinsichtlich des Graphen kennen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BSchilf%2A%3Bc%3BB_630%3B1062%3B&l=n  Schilf* c)] <br/> Eigenschaften der Funktionsgleichung eines logistischen Wachstums kennen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BKraftfahrzeug-Bestand%20%2A%3Bb%3BB_607%3B1020%3B&l=n  Kraftfahrzeug-Bestand* b)] <br/> mit der Funktionsgleichung eines logistischen Wachstums eine Berechnung durchführen und Eigenschaften der Funktionsgleichung kennen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BOnline-Shopping%20%2A%3Bb%3BB_596%3B1004%3B&l=n  Online-Shopping* b1)] <br/> Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BTrinkflaschen%20%2A%3Bc%3BB_580%3B976%3B&l=n  Trinkflaschen* c2)] <br/> mit der Funktionsgleichung eines beschränkten Zerfalls eine Berechnung durchführen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BK%C3%BCchenger%C3%A4t%20%2A%3Ba%3BB_557%3B943%3B&l=n  Küchengerät a1)+a2)] <br/> mathematisch argumentieren und Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BThermometer%20%2A%3Bb%3BB_540%3B914%3B&l=n  Thermometer* b)] <br/> Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3B%C3%96ffentlicher%20Verkehr%20in%20Wien%20%2A%3Bb%3BB_515%3B874%3B&l=n  Öffentlicher Verkehr in Wien* b)] <br/> mathematisch erklären/Berechnung durchführen, Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen, Parameter im Kontext interpretieren
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BPilze%2A%3Bb%3BA_382%3B1145%3B&l=n  Pilze* b)] <br/> mit der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums eine Berechnung durchführen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BGrafikkarte%2A%3Bb%3BA_380%3B1130%3B&l=n  Grafikkarte* b)] <br/> mit der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums eine Berechnung durchführen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teilb1%3BThermosflasche%2A%3Bb%3BB_623%3B1055%3B&l=n  Thermosflasche* b)] <br/> Eigenschaften der Funktionsgleichung eines beschränkten Zerfalls kennen kennen und Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Zerfalls berechnen
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* [https://www.aufgabenpool.at/amn/php/beamer.php?coll=teila%3BSpeiseeis%20%282%29%2A%3Bb%3BA_349%3B1028%3B&l=n  Speiseeis (2)* b)] <br/> mit der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums Berechnungen durchführen
  
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Hier Hot-Potatoe mit Lückentext/Zuordnung, ob alle Definitionen verstanden wurden
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[[Kategorie: Funktionale Abhängigkeiten]]

Aktuelle Version vom 22. September 2026, 10:36 Uhr

In der Natur vorkommende Wachstums- und Zerfallsprozesse (z.B. Wachstum einer Bevölkerung, Zerfall eines radioaktiven Atoms, Abnahme des Alkoholspiegels) können mithilfe von mathematischen Funktionen beschrieben werden.

Für die Matura sind dabei besonders die folgenden Funktionen wichtig:


Grundbegriffe

  • $t...$ gibt die vergangene Zeit an (in Jahren, Tagen, Stunden oder ... . Die Einheit steht immer in der Angabe!)
  • $N_0...$ Anfangswert (Anzahl/Größe zum Zeitpunkt $0$)
  • $N(t)...$ Anzahl/Größe nach $t$ Zeiteinheiten (z. B. $t$ gebe die Stunden an, dann ist $N(5)$ die Anzahl nach $5$ Stunden)


Lineares Wachstum $N(t)= k\cdot t +N_0$

Definition und Verwendung

Graph einer linearen Zunahme
Graph einer linearen Abnahme


Eine Größe verändert sich linear, wenn sie in gleichen Zeitabständen um denselben konstanten Wert $k$ wächst. Die Funktionsgleichung für eine solche Veränderung lautet dann: $$ N(t)= k\cdot t +N_0 $$

  • Ist $k>0$, so handelt es sich um ein lineares Wachstum
  • Ist $k<0$, so handelt es sich um eine lineare Abnahme




Hinweise:

$$ y=k\cdot x+d$$

Mit der unabhängigen Variable $t=x$, der davon abhängigen Variable $N(t)=y$ und dem Startwert $N_0=d$


  • Herleitung der Funktionsgleichung:
Angenommen eine Population hat zu Beginn $N_0$ Individuen und wächst pro Zeiteinheit (z. B. pro Stunde) um den Wert $k$.
Dann gilt für $N(1)=$ Individuen nach einer Stunde:

$$N(1)=N_0+k$$

Nach $2$ Stunden hat sich die Population wieder um $k$ vermehrt und damit ist

$$N(2)=N(1)+k=(N_0+k)+k=N_0+2k$$

Und nach $3$ Stunden gilt

$$N(3)=N(2)+k=(N_0+2k)+k=N_0+3k$$

Ganz allgemein gilt dann für die Population nach $t$ Stunden:

$$N(t)=N_0+k\cdot t$$





Musterbeispiel:

Bsp.png

Stanislaus hat ein Geburtsgewicht von $3120 g$. Nach $3$ Wochen hat er bereits $3900 g$.

  1. Erstelle ein lineares Modell, welches die Abhängigkeit des Gewichts vom Alter beschreibt.
  2. Was bedeuten die Parameter $k$ und $d$ in diesem Zusammenhang?
  3. Stanislaus ist bei seiner Taufe $10$ Wochen alt. Welches Gewicht hat er?
  4. Wann erreicht Stanislaus ein Gewicht von $6,2 kg$?


Lösung
  1. $y=260x+3120$, wobei $y=$ Gewicht in $g$, $x=$ Alter in Wochen
  2. $k$ beschreibt die wöchentliche Zunahme in Gramm und $d$ beschreibt das Geburtsgewicht von Stanislaus
  3. $y=260\cdot 10+3120=5720$. Stanislaus wiegt nach $10$ Wochen $5720 g$.
  4. Löse die Gleichung: $6200=260x+3120$. Lösung: $x=11,84$. Also erreicht Stanislaus in der $12.$ Woche nach der Geburt ein Gewicht von $6,2 kg$.


Übungsaufgaben

Wassertonne (Lösung)


Exponentielles Wachstum $N(t)=N_0\cdot a^t$ bzw. $N(t)=N_0\cdot e^{\lambda \cdot t}$

Definition und Verwendung

Eine Größe wächst exponentiell, wenn sie in gleichen Zeitabständen um denselben konstanten Faktor $a>1$ wächst. Wie bei den Exponentialfunktionen gibt es auch hier zwei Formeln:

Graph einer exponentiellen Zunahme
$$N(t)=N_0\cdot a^t $$ $$N(t)=N_0\cdot e^{\lambda \cdot t}$$
$a>1 ...$ ist der Wachstumsfaktor und gibt an, mit welchem Faktor sich die Population pro Zeiteinheit verändert. Da die Population wächst, muss $a>1$ sein (siehe Exponentialfunktionen).

Beispiel:

$a=1.26$ $\rightarrow $ die Population wächst um den Faktor $1.26$ $\rightarrow $ die Population wächst pro Zeiteinheit um $26 \%$
$\lambda>0 ...$ ist die Wachstumsrate.

Es gilt: $a=e^\lambda $



Verdoppelungszeit

Eine besondere Eigenschaft des exponentiellen Wachstums ist, dass die Zeit für eine Verdoppelung der Anfangsgröße immer gleich groß ist (mit einer kleinen Überlegung findest du leicht heraus, dass dies schon aus der Definition des exponentiellen Wachstums folgt). Aus diesem Grund definiert man die:


Definition: Verdoppelungszeit $\tau $

Die Verdoppelungszeit $\tau$ ist die Zeit, in der sich eine Größe verdoppelt hat. Insbesondere gilt: $$N(\tau)=2\cdot N_0$$

$$\textrm{(in Worten: „die Anzahl nach $\tau$ ($=$"tau") Zeiteinheiten ist das Doppelte des Anfangswertes }N_0$$


1. Musterbeispiel: Berechnung der Verdoppelungszeit bei bekannter Anfangsmenge

Graph der Wachstumsfunktion $N(t)=350\cdot 1.065^t$

Ein Kapital auf einem Sparbuch wächst jährlich um $6.5 \%$ p. a. (d. h. $6.5 \%$-ige Verzinsung pro Jahr).

  • a) Bestimmen Sie die Funktionsgleichung, wenn zu Beginn $100€$ auf dem Sparbuch liegen.
  • b) Ermitteln Sie die Verdoppelungszeit, d. h. berechnen Sie, wann sich das Anfangskapital verdoppelt hat.
  • c) Die folgende Graphik gibt die Entwicklung für ein Anfangskapital von $350€$ an. Lesen Sie aus dem Graphen die Verdoppelungszeit ab.
Begründen Sie zusätzlich, warum die Verdoppelungszeit gleich groß wie in Aufgabe b) ist.





Lösung

a) $N_0=100$; $a=(1+\frac{6.5}{100})=1.065 \ \ \rightarrow$ $\underline{\underline{N(t)=100\cdot 1.065^t}}$

b)

  • $N_0=100$
  • $a=1.065$
  • $N(t)=200$
  • $t=$?
Bestimmung der Verdoppelungszeit

$$200=100\cdot 1.065^t$$ $$2=1.065^t |\log$$ $$\log 2 = t\cdot \log 1.065$$ $$\frac{\log 2}{\log 1.065}=t$$ $$\underline{\underline{t= 11.01}}$$

c) Wie anhand des Graphen zu sehen ist, beträgt die Verdoppelungszeit $11.01$ Jahre, da sich hier das Anfangskapital von $350€$ auf $700€$ verdoppelt hat.

Die Verdoppelungszeit hängt nicht vom Startwert $N_0$, sondern nur vom Wachstumsfaktor $a$ ab. Aus diesem Grund sind die Verdoppelungszeiten in b) und c) ident.




2. Musterbeispiel: Berechnung der Verdoppelungszeit bei unbekannter Anfangsmenge

Die Größe einer Bakterienpopulation nach $t$ Stunden kann mithilfe der Funktion $N(t)=N_0\cdot 1.14^t$ angegeben werden.

  • a) Bestimmen Sie, um wie viel Prozent sich die Population pro Stunde vergrößert.
  • b) Berechnen Sie die Verdoppelungszeit.


Lösung

a) $a=1.14\ \ \rightarrow\ \ 14 \%$ Wachstum pro Stunde.

b) Nach der Verdoppelungszeit ist $N(t)=2\cdot N_0$ (d. h. der Anfangswert hat sich verdoppelt). Setzen wir dies für $N(t)$ in die Funktionsgleichung, so erhalten wir: $$ N(t)=N_0\cdot 1.14^t$$ $$ 2\cdot N_0=N_0\cdot 1.14^t \ \ \ |:N_0$$ $$ 2=1.14^t \ \ \ |\log ( \ )$$ Wichtig: In der oberen Zeile hat sich das $N_0$ weggekürzt! Damit sehen wir, dass die Verdoppelungszeit unabhängig vom Startwert $N_0$ ist. Dies kam auch schon im 1. Musterbeispiel vor. $$ \log 2=t\cdot \log 1.14 $$ $$\frac{\log 2}{\log 1.14}=t$$ $$\underline{\underline{t=5.29}}$$ A: Die Verdoppelungszeit beträgt $5.29$ Stunden.



3. Musterbeispiel: Bestimmen des Wachstumsfaktors bei bekannter Verdoppelungszeit

Die Verdoppelungszeit eines exponentiellen Wachstumsprozesses der Form $N(t)=N_0\cdot a^t$ beträgt $17$ Tage ($t$ gibt die Tage an).

  • a) Berechnen Sie den Wachstumsfaktor $a$.
  • b) Bestimmen Sie die Zeit, wie lange es dauert, bis das $8$-Fache des Anfangswertes vorhanden ist.

Lösung:

a) Aus der Angabe geht hervor, dass $N(17)=2\cdot N_0$ ist. Dies setzen wir nun in die Funktionsgleichung ein: $$N(t)=N_0\cdot a^t$$ $$N(17)=N_0\cdot a^{17}$$ $$2\cdot N_0=N_0\cdot a^{17} \ \ \ |:N_0$$ $$2=a^{17} \ \ \ |\sqrt[17]{\ \ \ }$$ $$\sqrt[17]{2}=a$$ $$\underline{\underline{a=1.0416}}$$ A: Der Wachstumsfaktor $a$ beträgt $1.0416$, womit pro Tag $4.16 \%$ dazu kommen.


b) Aus der Angabe wissen wir, dass es nach $17$ Tagen zu einer Verdoppelung gekommen ist. Da sich das exponentielle Wachstum in gleichen Zeitabständen um denselben Faktor vermehrt, gilt:

  • nach $2\cdot 17=34$ Tagen kommt es zu einer Vervierfachung ($2\cdot 2=4$).
  • Nach $3\cdot 17=51$ Tagen kommt es zu einer Verachtfachung. ($2\cdot 2 \cdot 2=8$)

Somit dauert es $51$ Tage. Schau dir dazu auch den Graphen bei der unteren Bemerkung an!



Merke:

  • Die Verdoppelungszeit wird berechnet, indem man für $N(t)=2\cdot N_0$ einsetzt.


  • Die Verdoppelungszeit ist unabhängig vom Anfangswert $N_0$ (vgl. 2. Musterbeispiel)
Mehrfache Verdoppelung eines exponentiellen Wachstums




Unterschied: Lineares und Exponentielles Wachstum

Es ist wichtig, die Unterschiede zwischen dem linearen und dem exponentiellen Wachstum zu kennen. Aus diesem Grund vergleichen wir hier die beiden Wachstumsprozesse:


Lineares Wachstum Exponentielles Wachstum
Addition um eine konstante Zahl Multiplikation um einen konstanten Faktor
immer $+k$ immer $\cdot a$
Graph ist eine Gerade Graph ist eine exponentielle Kurve
wächst immer um dieselbe konstante Zahl $k$ wächst immer schneller
Graph einer linearen Zunahme
Graph einer exponentiellen Zunahme


Übungsbeispiel: linear oder exponentiell?

Ordne dem passenden Wachstum zu und bestimme $k$ bzw. $a$:

  1. Der Umfang eines Baumes nimmt jährlich um $5 \%$ zu:
  2. Der Meeresspiegel steigt jährlich um $4 cm$:
  3. Die Bevölkerung wächst jährlich um den Faktor $1.2$:
  4. Der Stamm eines Baumes wird pro Jahr um $1 cm$ dicker:
  5. Ein Kapital wird jährlich mit $3 \%$ p. a. verzinst.
  6. Der Umsatz eines Betriebes sinkt jährlich um $12 \%$.

Lösung:

  1. Der Umfang eines Baumes nimmt jährlich um $5 \%$ zu: exponentiell mit $a=1.05$
  2. Der Meeresspiegel steigt jährlich um $4 cm$: linear mit $k=4 cm$
  3. Die Bevölkerung wächst jährlich um den Faktor $1.2$: exponentiell mit $a=1.2$
  4. Der Stamm eines Baumes wird pro Jahr um $1 cm$ dicker: linear mit $k=1 cm$
  5. Ein Kapital wird jährlich mit $3 \%$ p. a. verzinst. exponentiell mit $a=1.03$
  6. Der Umsatz eines Betriebes sinkt jährlich um $12 \%$: exponentiell mit $a=0.88 \rightarrow$ siehe exponentielle Abnahme




Exponentielle Abnahme $N(t)=N_0\cdot a^t$ oder $N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda\cdot t}$

Definition:

Von einer exponentiellen Abnahme spricht man, wenn sich eine Größe in gleichbleibenden Zeitintervallen immer um den gleichen Faktor verkleinert.

Graph einer exponentiellen Abnahme
$$N(t)=N_0\cdot a^t $$ $$N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda \cdot t}$$
$a<1 ...$ ist der Abnahmefaktor und gibt an, mit welchem Faktor sich die Population pro Zeiteinheit verringert. Da die Population abnimmt, muss $0<a<1$ sein (siehe Exponentialfunktionen)

Beispiel:

$a=0.64$ $\rightarrow $ die Population verringert sich um den Faktor $0.64$ $\rightarrow $ die Population verringert sich pro Zeiteinheit um $1-0.64=0.36=36 \%$
$-\lambda<0 ...$ ist die Abnahmerate

Es gilt: $a=e^{-\lambda} $



Halbwertszeit

Eine besondere Eigenschaft der exponentiellen Abnahme ist, dass die Zeit für eine Halbierung der Anfangsgröße, immer gleich groß ist (vgl. Verdoppelungszeit beim exponentiellen Wachstum). Aus diesem Grund definiert man die:


Definition: Halbwertszeit $\tau $

Die Halbwertszeit $\tau$ ist die Zeit, in der sich eine Größe halbiert hat. Insbesondere gilt: $$N(\tau)=\frac{N_0}{2}$$

$$\textrm{(in Worten: „die Anzahl nach $\tau$ Zeiteinheiten ist die Hälfte des Anfangswertes }N_0\textrm{"}$$


Musterbeispiel:

Von einer bestimmten Menge eines radioaktiven Elements zerfallen stündlich $4 \%$.

  • a) Stellen Sie das Zerfallsgesetz in der Form $N(t)=N_0\cdot a^t$ auf.
  • b) Bestimmen Sie die Halbwertszeit.
  • c) Bestimmen Sie zusätzlich noch das Zerfallsgesetz in der Form $N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda \cdot t}$
  • d) Nach wie vielen Stunden ist nur noch $1 \%$ der Anfangsmenge vorhanden?


Lösung:

a) $a=0.96 \rightarrow $ Somit lautet das Zerfallsgesetz: $$ N(t)=N_0\cdot 0.96^t$$


b) Bei der Halbwertszeit gilt, dass $N(t)=\frac{N_0}{2}$ ist. Setzt man dies in das Zerfallsgesetz ein, erhält man: $$ N(t)=N_0\cdot 0.96^t$$ $$ \frac{N_0}{2}=N_0\cdot 0.96^t \ \ \ |:N_0$$ $$\frac{1}{2}=0.96^t\ \ \ |\ln $$ $$ \ln \frac{1}{2}=t\cdot \ln 0.96 $$ $$\frac{\ln \frac{1}{2}}{\ln 0.96}=t$$ $$\underline{\underline{t=16.98}}$$

A: Die Halbwertszeit beträgt ca. $17$ Stunden.


c) Hier müssen wir nur das $\lambda$ berechnen. Es gilt $a=e^{-\lambda}$. Dadurch kann $\lambda$ bestimmt werden: $$0.96=e^{-\lambda}$$ $$ \ln 0.96 = -\lambda \ln e \ \ \ |\ln e=1$$ $$-\ln 0.96=\lambda$$ $$ \underline{\underline{0.041=\lambda}}$$

Somit lautet das Zerfallsgesetz in der $e^{-\lambda}$-Form: $$N(t)=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$


d) Gefragt ist, wann $$N(t)=1 \textrm{% von }N_0$$ ist. Formulieren wir dies noch "mathematischer", so erhalten wir: $$N(t)=0.01\cdot N_0$$ Setzen wir dies in das Zerfallsgesetz aus a) oder c) ein (es ist hier völlig egal, welche Formel man nimmt), so erhält man: $$N(t)=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$ $$0.01\cdot N_0=N_0\cdot e^{-0.041\cdot t}$$ $$0.01=e^{-0.041\cdot t} | \ln \textrm{ und } \ln e=1$$ $$\ln 0.01=-0.041\cdot t$$ $$\frac{\ln 0.01}{-0.041}=t$$ $$\underline{\underline{t=112.32}}$$

A: Erst nach etwas mehr als $112$ Stunden sind $99 \%$ der Anfangsmenge zerfallen.



Merke: $\ \ \ \ \ \ $

  • Die Halbwertszeit wird berechnet, indem man für $$N(t)=\frac{N_0}{2}$$ einsetzt.


  • Die Halbwertszeit ist unabhängig vom Anfangswert $N_0$.
Wartet man die Halbwertszeit $\tau$ ab, so halbiert sich der Anfangswert, unabhängig davon wie groß dieser ist.



Übungsaufgaben

Weitere Übungsaufgaben (klicke hier) und die dazugehörenden Lösungen (klicke hier).


In diesem Abschnitt wird die Darstellungsform $f(x)=c\cdot a^x $ verwendet. Das Vorgehen mit der Darstellungsform zur Basis $e$ mit $f(x)=c\cdot e^{ \pm \lambda x} $ funktioniert auf die selbe Weise.


Merke
Rotes rufezeichen.png
Willst du eine Funktionsgleichung einer Exponentialfunktion aufstellen, gehe so vor:
  • Möglichkeit 1:
    Direkt aus dem Text: Finde den Anfangswert $c$ sowie den Änderungsfaktor $a$ heraus
    und setze diese Werte in die allgemeine Funktionsgleichung ein.
  • Möglichkeit 2:
    Mit zwei Informationen: Definiere die allgemeine Funktionsgleichung z.B. $f(x):=c\cdot a^x$ in CAS,
    gib die zwei Infos (z.B. zwei Punkte) als Gleichung ein und löse sie mit Löse({Gl1,Gl2},{a,c}) und ≈.


Achtung: $a$ muss immer eine positive Zahl sein! Mit dem Shortcut $x\color{red}{≈}$ kommt oft nur die negative Lösung für $a$ heraus.

Wie sieht das in GeoGebra CAS aus?

Lernpfad1 Befehl vs Shortcut 2.jpg $\rightarrow $ Lernpfad1 Befehl vs Shortcut 1.jpg
Die richtige Antwort lautet $f(x)=30\cdot 1,29567^x $

WH:

  • Der Punkt $(2|50)$ wird in GeoGebra CAS zur Gleichung $f(2)=50$. GeoGebra setzt dies dann in die allgemeine Funktionsgleichung ein und gibt in der Ausgabe der Zeile $c\cdot a^2=50$ an.
  • Eine ausführliche Wiederholung findest du hier: Wiederholung

Aufgabe: Begründe, warum man zwei Punkte benötigt, um die Exponentialfunktion aufzustellen.

Aufgabe: Überlege, welche andere Funktion mit zwei Infos aufgtestellt werden kann.


Übungsbeispiel: Möglichkeit 1 mit dem Matura-Beispiel Kunststoffmüll a1)

Die zeitliche Entwicklung der jährlich weltweit produzierten Masse an Kunststoff kann näherungs weise durch die Exponentialfunktion $f$ beschrieben werden.

$t$... Zeit in Jahren mit $t=0$ für das Jahr 1950
$f(t)$... jährlich weltweit produzierte Masse an Kunststoff zur Zeit $t$ in Millionen Tonnen

Im Jahr 1950 betrug die jährlich weltweit produzierte Masse an Kunststoff 2 Millionen Tonnen. Seitdem stieg die jährlich weltweit produzierte Masse an Kunststoff um jeweils 8,5 % pro Jahr im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr an.

Stellen Sie eine Gleichung der Exponentialfunktion $f$ auf.

Lösung:

$f(t)=2\cdot 1,085^t $


Hier musst du aus dem Text den Anfangswert sowie die jährliche prozentuelle Änderung herauslesen und entsprechend in die Form $f(t)=c\cdot a^t$ einsetzen. Du musst wissen, dass $c$, also die Zahl ohne den Exponenten, der Anfangswert und $a$, die Zahl mit dem Exponenten, der Änderungsfaktor ist. Der Änderungsfaktor gibt an, AUF wie viel % der Grundwert jährlich ansteigt: $100 %+8,5 % = 108,5 % \mathrel{\hat=} 1,085 $.

Quelle:

Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0


Übungsbeispiel: Möglichkeit 2 mit dem Matura-Beispiel W-Lan b1)

Eine Technikerin modelliert die Datenübertragungsrate in Abhängigkeit von der Entfernung von einem Access-Point mit einer Exponentialfunktion $d$.

$d(x)=c\cdot a^x $

$x$... Entfernung in m $d(x)$... Datenübertragungsrate in einer Entfernung $x$ in Mbit/s

Sie ermittelt folgende Messwerte:

Matura-Bsp. W-Lan b1)






Berechnen Sie die Parameter $a$ und $c$ der Exponentialfunktion $d$.

Lösung:

$c≈772,22605 $ und $a≈0,91674$
Lösung zum Matura-Bsp. W-Lan b1)






















Quelle:

Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0


Merke
Rotes rufezeichen.png
Sonderfall bei Möglichkeit 2: Bei einer Exponentialfunktion $f(x)=c\cdot a^x $ kannst du den Änderungsfaktor $a$ auch unabhängig vom Anfangswert $c$ herausfinden. Dazu brauchst du nur eine Information.

Dafür gibt es mehrere Wege:

  • Weg 1: In GeoGebra CAS
- Definiere die allgemeine Funktionsgleichung und setze gleich für den Anfangswert $c=1$ ein ($1 \mathrel{\hat=} 100 %$) z.B. $f(x):=1\cdot a^x$ in CAS,
gib die Info (z.B. ein Punkte) als Gleichung ein und löse sie mit Löse(Gl1,a) und ≈ oder dem Shortcut $x\color{red}{≈}$.
- Definiere die allgemeine Funktionsgleichung, gib die Info als Gleichung ein und löse sie mit Löse(Gl1,a). Achtung: Hier funktioniert der Shortcut nicht!


WH: geometrisches Mittel $a= \sqrt[ \text{Zeitspanne}]{\text{Änderungsfaktor der gesamten Änderung}} $

Beispiel zum geometrischen Mittel

Das Kapital ist in drei Jahren insgesamt um 22,5034 % angestiegen. Berechne, um wie viel Prozent das Kapital durchschnittlich pro Jahr angestiegen ist.

Lösung:

  • Der Änderungsfaktor der prozentuellen Änderung über die drei Jahre ist $(1+\frac{22,5034}{100} ) = 1,225034 $
  • Der Änderungsfaktor für die prozentuelle Änderung in einem Jahr $a$ berechnet man mit

$a= \sqrt[3]{1,225034} ≈1,07 \mathrel{\hat=} 107 % $
D.h. das Kapital steigt innerhalb eines Jahres AUF 107 %.

  • Antwort: Das Kapital steigt im Mittel UM 7 % pro Jahr.


Übungsbeispiel: Sonderfall Möglichkeit 2 mit dem Matura-Beispiel Leuchtdioden c1)

Ein Maß für die Helligkeit einer Lichtquelle ist der sogenannte Lichtstrom. Dieser wird in der Einheit Lumen angegeben. Man geht davon aus, dass der maximale Lichtstrom von LEDs durch technische Weiterentwicklung exponentiell ansteigen wird. Dabei gilt: Alle 10 Jahre steigt der maximale Lichtstrom von LEDs auf das 20-Fache. Diese Entwicklung kann durch eine Exponentialfunktion $L$ modelliert werden.
$L(t)=L_0 \cdot a^t $

$t$... Zeit in Jahren
$L(t)$... maximaler Lichtstrom zur Zeit $t$ in Lumen
$L_0$... maximaler Lichtstrim zur Zeit $t=0$ in Lumen
$a$... positiver Parameter

Berechnen Sie den Parameter $a$.

Lösung:

$a≈1,34928$


Mit GeoGebra-CAS: Die negative Lösung für $a$ ist im Kontext eines Änderungsfaktors nicht sinnvoll!

Lösung Matura-Bsp. Leuchtdioden c1)
oder Lösung Matura-Bsp. Leuchtdioden c1)

Mit dem geometrischen Mittel:

$a= \sqrt[ \text{Zeitspanne}]{\text{Änderungsfaktor der gesamten Änderung}} = \sqrt[10]{20} ≈1,34928 $

Quelle:

Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0

Weitere Beispiele

Übung zur Bestimmung der Funktionsgleichung

Bestimme die Funktionsgleichung in der Form $f(x)=b\cdot a^x$. Gib dazu die Funktionsgleichung bei $f(x)$ ein.


Matura-Beispiele

Du kannst auch den Titel der Aufgabe im Aufgabenpool im Feld Volltext-/ ID-Suche eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.

Vermischte Beispiele

... und hier die Lösungen
siehe auch Beschreibende Statistik
Siehe auch: Gleichungen aufstellen und Äquivalenzumformungen
Siehe auch
* Beschreibende Statistik
* Trigonometrie
Siehe für Aufgabe b) und c) auch Differenzen- und Differentialquotient

Schulformspezifische Kompetenzen: W1 (HLFS/HUM) und W2 (HAK)

Aufgabe: Warum eignet sich die Exponentialfunktion für folgende Situationen nicht? Mache dir Notizen und skizziere jeweils einen möglichen Graphen!

  • Abkühlung eines Tees
  • Erwärmung von Schokoladeneis
  • Absatzmenge des neuen Videospiels "GTA6"
  • Followeranzahl eines neuen Social-Media-Accounts deiner Schule

Beschränktes Wachstum und beschränkte Abnahme

Funktionsgleichung

In der Formelsammlung findet man unter "Wachstums- und Abnahmeprozesse" das beschränkte Wachstum.


Definition
Grün rufezeichen.png
Es gilt:
  • $S, a, \lambda \in \R^+ $ ($S, a, \lambda$ sind positive, reelle Zahlen)
  • $0<a<1$
  • $t$...Zeit, $N(t)$... Änderungsgröße und $N_0$...Anfangswert zum Zeitpunkt $t=0$

Das beschränkte Wachstum wird durch Funktionen der Form $\boldsymbol{N(t)=S-b\cdot a^t }$ oder $\boldsymbol{N(t)=S-b\cdot e^{-\lambda \cdot t} } $ beschrieben.
$S$ nennt man "Schranke", "Sättigungswert" oder "Kapazitätsgrenze" und es gilt $b=S-N_0$.

Die beschränkte Abnahme wird durch Funktionen der Form $\boldsymbol{N(t)=S+b\cdot a^t }$ oder $\boldsymbol{N(t)=S+b\cdot e^{-\lambda \cdot t} } $ beschrieben.
$S$ nennt man "Schranke" und es gilt $b=\vert S-N_0 \vert $.


WH: Betrag einer Zahl $|x|$

  • Der Betrag macht jede Zahl $x \in \R$ positiv.
  • Den Betrag einer Zahl erhältst du, indem du das Vorzeichen weglässt.
  • Grafisch interpretiert ist der Betrag einer Zahl $|x|$ der Abstand der Zahl $x$ zu $0$ auf der Zahlengerade. Da ein Abstand niemals negativ sein kann, gilt immer $|x|≥0$.
  • z.B. $|5|=5$ und $|-5|=5$

Graph

beschränkte Zunahme, Funktionsgleichung aus dem Matura-Bsp. Speiseeis (2) b)
beschränkte Abnahme, Funktionsgleichung aus dem Matura-Bsp. Trinkflaschen c)





























Aufgabe: Verändere mit Hilfe der Schieberegler die Parameter $S, b$ und $a$. Halte schriftlich fest, wie sich der Graph verändert, wenn du die einzelnen Schieberegler betätigst.


Sollte die folgende Animation nicht funktionieren, klicke auf diesen Link .



Merke
Rotes rufezeichen.png
$N(t)$ (der $y$-Wert) nähert sich mit zunehmender Zeit $t$ dem Wert $S$ immer mehr an. D.h. der Graph erreicht nie die Sättigungsgrenze, sondern kommt dieser nur unendlich nahe. Damit ist die Schranke $S$ mit $y=S$ eine Asymptote der Funktion $N(t)$.


WH: Asymptote

Eine Asymptote einer reellen Funktion $f$ ist eine Gerade, an die sich der Graph von $f$ beliebig nähert ohne sie je zu berühren.

Aufgabe: Versuche es selbst in GeoGebra:

  1. Gib die Funktionsgleichung der beschränkten Abnahme $N(t)=20+77\cdot 0,93^t $ sowie die Geradengleichung $S(t)=20$ im Algebra-Fenster ein.
  2. Schaut es aus, als ob sich die Graphen berühren bzw. schneiden? Dann zoome dort weiter hinein und du wirst sehen, dass immer ein (winziger) Abstand zwischen den Graphen liegt.
  3. Gib im CAS-Fenster den Befehl Schnittpunkt( Funktion, Funktion) ein und setze $N$ und $S$ ein. GeoGebra gibt dir $\{ \}$ aus, was bedeutet, dass es keinen Schnittpunkt gibt.
  4. Gib im Algebra-Fenster den Befehl Schnittpunkt( Funktion, Funktion, Startwert, Endwert) ein und setze $N$, $S$ sowie $0$ als Startwert und eine beliebige, sehr große Zahl wie z.B. $100000000000000000$ ein. GeoGebra gibt dir $?$ aus, was bedeutet, dass es keinen Schnittpunkt gibt.
- Achtung: Der Befehl ohne den Start- und Endwert ist im Algebra-Fenster fehlerhaft!

Übungsbeispiel: Begründung, warum sich $N(t)$ der Schranke $S$ beliebig nähert.

Gegeben ist ein beschränktes Wachstum mit der Funktionsgleichung $N(t)=S-b\cdot a^t$, wobei $a$ eine Zahl zwischen 0 und 1 ist ($0<a<1$).

Argumentiere mathematisch, dass die Funktionswerte $N(t)$ für $t\rightarrow \infty $ dem Wert $S$ beliebig nahe kommt.

Lösung:

Wird $t$ immer größer, wird $a^t$ immer kleiner und nähert sich bei "unendlich großen" Werten für $t$ unendlich nah an 0 an. Dies gilt, weil $a$ eine Zahl zwischen 0 und 1 ist,

z.B. $a=0,3$:
$0,3^1=0,3 $
$0,3^2=0,09$
$0,3^5=0,00243 $
$0,3^{10}=0,0000059049$
usw.

Für $t\rightarrow \infty $ gilt $a^t≈\color{blue}{0}$. Daher ist $b\cdot a^t≈b\cdot \color{blue}{0}=0$ und $N(t)=S-b\cdot a^t≈S-b\cdot \color{blue}{0}=S-\color{blue}{0}=S$


Matura-Beispiele zur Schranke und zum Anfangswert

Übungsbeispiel: Matura-Beispiel Weltbevölkerung c1)

Angabe

Lösung:

blabla


+ GG-Screenshot + Video?

Quelle:

Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0

Übungsbeispiel: Matura-Beispiel Videoplattform c1)

Angabe

Lösung:

blabla


+ Video zu den zwei Wegen: N(0) berechnen oder in CAS mit b=|S-N_0|

Quelle:

Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0

Du kannst auch den Titel der Aufgabe im Aufgabenpool im Feld Volltext-/ ID-Suche eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.


Funktionsgleichung aufstellen

Möchtest du die Funktionsgleichung eines beschränkten Modells aufstellen, gehst du wie immer vor: Wiederholung

Für $S, b$ und $a$ bzw. $S, b$ und $\lambda$ benötigst du drei Infos (z.B. Anfangswert, Änderungsfaktor, Punkte, Kapazitätsgrenze/Schranke).


Merke
Rotes rufezeichen.png
Ist die Schranke $S$ direkt gegeben, musst du sie dofort in die Funktionsgleichung einsetzen! Du kannst keine Gleichung der Form $N(t)=S$ aufstellen, da die Schranke nie erreicht wird.


Matura-Beispiele zum Aufstellen der Funktionsgleichung

Übungsbeispiel: Matura-Beispiel xy c1)

Angabe

Lösung:

blabla


+ GG-Screenshot + Video?

Quelle:

Angabe: Bundesministerium für Bildung, SRDP-Aufgabenpoo, CC BY 4.0


Du kannst auch den Titel der Aufgabe im Aufgabenpool im Feld Volltext-/ ID-Suche eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.

Schulformspezifische Kompetenzen: W1 (HLFS/HUM) und W2 (HAK)

Aufgabe: Warum eignet sich die Exponentialfunktion für folgende Situationen nicht? Mache dir Notizen und skizziere jeweils einen möglichen Graphen!

  • Anzahl der gekauften E-Autos in Österreich
  • Verbreitung eines Gerüchts an deiner Schule
  • Entwicklung der Weltbevölkerung
  • Ausbreitung einer Bakterienkultur in einer Petrischale
  • Nutzerzahl einer neuen Social-Media-App


logistisches Wachstum

Funktionsgleichung

asdf

Graph

asdf

Matura-Beispiele zur Schranke

Du kannst auch den Titel der Aufgabe im Aufgabenpool im Feld Volltext-/ ID-Suche eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.

Funktionsgleichung aufstellen

asdf

Schulformspezifische Kompetenzen: W1 (HLFS/HUM) und W2 (HAK)

Eigenständige Suche im Aufgabenpool

Öffne die Seite des Aufgabenpools - Angewandte Mathematik (BHS-BRP).

Mit dem Deskriptor B_W_3.5 kannst du ganz leicht selbst alle Aufgaben der Zentralmatura einsehen, bei denen es um Modelle für die Beschreibung von Änderungsprozessen (insb. beschränkte und logistische Modelle) geht. Dabei muss man u.a. Funktionsgleichungen aufstellen bzw. Parameter berechnen, mit der Funktionsgleichung Berechnungen durchführen und sie grafisch darstellen, Ergebnisse interpretieren oder im Kontext argumentieren.

Wie schaut dies im Aufgabenpool aus?

Lernpfad4 Anleitung Aufgabenpool.png















Zudem kannst du mit dem Schlagwort Exponentialgleichungen nach weiteren Aufgaben suchen, bei denen zum Teil auch eine Funktion von beschränkten sowie logistischen Modellen verwendet wird. Achte darauf, dass du beim Aufgabentyp nur "Prüfungsaufgabe*", "Typ-A", "Typ-B (W1 HLFS/HUM)" und "Typ-B (W2 HAK)" aktiviert hast.

Wie schaut dies im Aufgabenpool aus?

Lernpfad4 Anteiltung Aufgabenpool 2.png
































Spezifische Aufgaben

Du kannst auch den Titel der Aufgabe im Aufgabenpool im Feld Volltext-/ ID-Suche eingeben. Damit kommst du zum PDF der gesamten Aufgabe sowie zum Erklärvideo.

  • Videoplattform* a) :
    Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen und damit eine Berechnung durchführen
  • Videoplattform* b2)
    mit der Funktionsgleichung eines logistischen Wachstums eine Berechnung durchführen
  • Videoplattform* c)
    Eigenschaften der Funktionsgleichung eines beschränkten Zerfalls hinsichtlich des Graphen kennen
  • Schilf* c)
    Eigenschaften der Funktionsgleichung eines logistischen Wachstums kennen
  • Kraftfahrzeug-Bestand* b)
    mit der Funktionsgleichung eines logistischen Wachstums eine Berechnung durchführen und Eigenschaften der Funktionsgleichung kennen
  • Online-Shopping* b1)
    Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen
  • Trinkflaschen* c2)
    mit der Funktionsgleichung eines beschränkten Zerfalls eine Berechnung durchführen
  • Küchengerät a1)+a2)
    mathematisch argumentieren und Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen
  • Thermometer* b)
    Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen
  • Öffentlicher Verkehr in Wien* b)
    mathematisch erklären/Berechnung durchführen, Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums berechnen, Parameter im Kontext interpretieren
  • Pilze* b)
    mit der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums eine Berechnung durchführen
  • Grafikkarte* b)
    mit der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums eine Berechnung durchführen
  • Thermosflasche* b)
    Eigenschaften der Funktionsgleichung eines beschränkten Zerfalls kennen kennen und Parameter der Funktionsgleichung eines beschränkten Zerfalls berechnen
  • Speiseeis (2)* b)
    mit der Funktionsgleichung eines beschränkten Wachstums Berechnungen durchführen