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(→‎Arithmetisches Mittel $\bar{x}$)
(→‎Vorteil des Medians - Nachteil des arithmetischen Mittels)
 
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== Arithmetisches Mittel $\bar{x}$ ==
 
== Arithmetisches Mittel $\bar{x}$ ==
 
===Definition ===
 
===Definition ===
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Das arithmetische Mittel wird auch Durchschnitt oder Mittelwert genannt. Es wird berechnet, indem man alle vorhandenen Werte addiert und die Summe dieser Werte dann durch die Gesamtanzahl der Werte dividiert.  
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Das arithmetische Mittel, auch Durchschnitt oder Mittelwert genannt, ist nur bei [[Statistik:Daten und Diagramme#Arten von Merkmalen/Daten|metrisch]] skalierten Merkmalen anwendbar und wird berechnet, indem man alle vorhandenen Werte addiert und die Summe dieser Werte dann durch die Gesamtanzahl der Werte dividiert.
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'''Beachte:''' Es gibt Merkmale in Datenlisten, die eine Berechnung des arithmetischen Mittels unmöglich machen (z. B.: Augenfarben, Güteklassen, …). Auch bei Schulnoten, genauer zur Berechnung einer „Durchschnittsnote“, wird oftmals das arithmetische Mittel fälschlicherweise herangezogen. Schulnoten sind ausschließlich [[Statistik:Daten und Diagramme#Arten von Merkmalen/Daten|ordinal]] skaliert, denn die Abstände zwischen den Noten sind nicht genauer definiert.  
  
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Beispiel: Bei einem Test erzielten $5$ Teilnehmer*innen folgende Punktezahlen: $\{ 1;2;2;2;5\}$. Das arithmetische Mittel (= „Durchschnittspunktezahl“) ergibt:
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'''Beispiel:''' Bei einem Test erzielten $5$ Teilnehmer*innen folgende Punktezahlen: $\{ 1;2;2;2;5\}$. Das arithmetische Mittel (= „Durchschnittspunktezahl“) ergibt:
 
$$\bar{x}=\frac{1+2+2+2+5}{5}=\frac{12}{5}=2.4$$
 
$$\bar{x}=\frac{1+2+2+2+5}{5}=\frac{12}{5}=2.4$$
  
 
{{Vorlage:Definition|1= Das '''arithmetische Mittel''' $\bar{x}$ ist definiert als  
 
{{Vorlage:Definition|1= Das '''arithmetische Mittel''' $\bar{x}$ ist definiert als  
 
$$\bar{x}=\frac{x_1+x_2+...+x_n}{n}$$
 
$$\bar{x}=\frac{x_1+x_2+...+x_n}{n}$$
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$$(Summe\ aller\ Werte\ dividiert\ durch\ die\ Anzahl)$$
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$$(\text{Summe aller Werte dividiert durch die Gesamtanzahl})$$
  
 
Formal mithilfe des [[Summe|Summenzeichens]]: $$\bar{x}=\frac{1}{n}\cdot \sum_{i=1}^{n} x_i$$
 
Formal mithilfe des [[Summe|Summenzeichens]]: $$\bar{x}=\frac{1}{n}\cdot \sum_{i=1}^{n} x_i$$
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{{Vorlage:Merke|1= '''Formel mit der absoluten Häufigkeit'''
 
{{Vorlage:Merke|1= '''Formel mit der absoluten Häufigkeit'''
 
$$\bar{x}=\frac{a_1\cdot H_1+a_2\cdot H_2+...}{n}=\frac{1}{n}\cdot \sum_{i} a_i\cdot H_i$$
 
$$\bar{x}=\frac{a_1\cdot H_1+a_2\cdot H_2+...}{n}=\frac{1}{n}\cdot \sum_{i} a_i\cdot H_i$$
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$$(Summe\ aller\ Werte\ mal\  deren\  absolute\ Häufigkeit,\  dividiert\  durch\  n)$$
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$$(\text{Summe aller Werte mal deren absolute Häufigkeit dividiert durch die Gesamtanzahl})$$
  
  
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Gegeben sind die folgenden Schulnoten: $\{ 1;2;2;2;5\} $. Zuerst erstellen wir die Häufigkeitstabelle:
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Gegeben sind die folgenden Punktezahlen: $\{ 1;2;2;2;5\} $. Zuerst erstellen wir die Häufigkeitstabelle:
  
 
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{{Vorlage:Merke|1= '''Formel mit der relativen Häufigkeit'''
 
{{Vorlage:Merke|1= '''Formel mit der relativen Häufigkeit'''
 
$$\bar{x}=a_1\cdot h_1+a_2\cdot h_2+...=\sum_{i} a_i\cdot h_i  $$
 
$$\bar{x}=a_1\cdot h_1+a_2\cdot h_2+...=\sum_{i} a_i\cdot h_i  $$
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$$(Summe\ aller\ Werte\ mal\ deren\ relative\ Häufigkeit)$$
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$$(\text{Summe aller Werte mal deren relative Häufigkeit})$$
  
  
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'''Beispiel zur Berechnung des arithmetischen Mittels mithilfe der relativen Häufigkeiten:'''  
 
'''Beispiel zur Berechnung des arithmetischen Mittels mithilfe der relativen Häufigkeiten:'''  
  
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Gegeben sind die Noten=$\{ 1;2;2;2;5\} $. Um das arithmetische Mittel zu berechnen, lesen wir die Werte sowie die relativen Häufigkeiten aus der Häufigkeitstabelle und setzen in die Formel ein:
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Gegeben sind die Punktezahlen $\{ 1;2;2;2;5\} $. Um das arithmetische Mittel zu berechnen, lesen wir die Werte sowie die relativen Häufigkeiten aus der Häufigkeitstabelle und setzen in die Formel ein:
 
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== Median $\tilde{x}$ ==
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== Median $Q_2$ ($=$ mittleres oder 2. Quartil)==
  
 
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Sortiert man eine Datenliste der Größe nach, so ist der '''Median $\tilde{x}$ der Wert in der Mitte der geordneten Liste'''.
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Sortiert man eine Datenliste der Größe nach, so ist der '''Median $Q_2$ der Wert in der Mitte der geordneten Liste'''.
  
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Liegen genau zwei Werte in der Mitte (was immer dann der Fall ist, wenn die Anzahl der Werte $n$ gerade ist), so ist $\tilde{x}$ das arithmetische Mittel dieser beiden Werte.
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Liegen genau zwei Werte in der Mitte (was immer dann der Fall ist, wenn die Anzahl der Werte $n$ gerade ist), so ist $Q_2$ das arithmetische Mittel dieser beiden Werte.
  
  
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$\begin{align}
 
$\begin{align}
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&\tilde{x}=x_{\frac{n+1}{2} }&& \textrm{ für ungerade $n$}\\
+
&Q_2=x_{\frac{n+1}{2} }&& \textrm{ für ungerade $n$}\\
−
&\tilde{x}=\frac{1}{2}\cdot \left(x_{\frac{n}{2} }+ x_{\frac{n}{2}+1 } \right)&& \textrm{ für gerade $n$}\\
+
&Q_2=\frac{1}{2}\cdot \left(x_{\frac{n}{2} }+ x_{\frac{n}{2}+1 } \right)&& \textrm{ für gerade $n$}\\
 
\end{align}$
 
\end{align}$
 
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'''Beispiel für den Median''': Gegeben ist die folgende Liste an Schulnoten $\{1;2;2;2;5\}$. Ermitteln Sie den Median $\tilde{x}$.  
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=== Beispiel für den Median ===
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Gegeben ist die folgende Liste an Punktezahlen: $\{1;2;2;2;5\}$. Ermitteln Sie den Median $Q_2$.  
  
 
'''Lösung''': Insgesamt sind es $n=5$ Werte. Da die Liste bereits nach Größe geordnet ist, können wir den Median einfach ablesen:
 
'''Lösung''': Insgesamt sind es $n=5$ Werte. Da die Liste bereits nach Größe geordnet ist, können wir den Median einfach ablesen:
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| durch Ablesen || $\{1;2;\color{red}{2};2;5\}$
 
| durch Ablesen || $\{1;2;\color{red}{2};2;5\}$
 
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| rechnerisch || $$\tilde{x}=x_{\frac{5+1}{2}}=x_3=2$$
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Der Median $\tilde{x}$ ist der Wert an der dritten Stelle und somit $\tilde{x}=2$.
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'''Antwort:''' Der Median $Q_2$ ist der Wert an der dritten Stelle und somit $Q_2=2$.
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[[Grün: Arbeitsblätter | <span style="background-color:#00CD00"> $Aha!$ </span>]] Mithilfe dieses [http://tube.geogebra.org/b/115371#material/70980 Applets] kannst du die wichtigsten Eigenschaften des arithmetischen Mittels (Mittelwert) und des Medians noch einmal überprüfen.  
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[[Grün: Arbeitsblätter | <span style="background-color:#00CD00"> $Aha!$ </span>]] $\ $ Mithilfe dieses [https://www.geogebra.org/m/Z33qeYzm Applets] kannst du die wichtigsten Eigenschaften des arithmetischen Mittels (Mittelwert) und des Medians noch einmal überprüfen.  
 
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<ggb_applet width="964" height="478" version="4.2" id="70980" />
 
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== Vorteil des Medians - Nachteil des arithmetischen Mittels ==
 
== Vorteil des Medians - Nachteil des arithmetischen Mittels ==
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Vergleichen wir noch einmal das arithmetische Mittel und den Median unserer Notenliste $\{1;2;2;2;5\}$.  
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Vergleichen wir noch einmal das arithmetische Mittel und den Median unserer Liste $\{1; 2; 2; 2; 5\}$.  
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$$\bar{x}=2.4 \textrm{ und } \tilde{x}=2$$
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$$\bar{x}=2.4 \textrm{ und } Q_2=2$$
 
Warum ist das arithmetische Mittel größer als der Median?
 
Warum ist das arithmetische Mittel größer als der Median?
  
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Antwort: Der Grund liegt darin, dass das arithmetische Mittel durch den „Ausreißer“ $5$ verzerrt wurde. Der Median hat sich dadurch nicht verändert.  
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'''Antwort:''' Der Grund liegt darin, dass das arithmetische Mittel durch den „Ausreißer“ $5$ verzerrt wurde. Der Median hat sich dadurch nicht verändert.
  
  
 
{{Vorlage:Merke|1= Allgemein gilt:  
 
{{Vorlage:Merke|1= Allgemein gilt:  
 
* Das arithmetische Mittel $\bar{x}$ kann durch einzelne Ausreißer stark beeinflusst werden.  
 
* Das arithmetische Mittel $\bar{x}$ kann durch einzelne Ausreißer stark beeinflusst werden.  
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* Der Median $\tilde{x}$ wird davon in der Regel nicht beeinflusst.
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* Der Median $Q_2$ wird davon in der Regel nicht beeinflusst.
 
Hinweis: Als Ausreißer gelten Zahlen, die im Vergleich zu den anderen Werten sehr klein oder sehr groß sind.
 
Hinweis: Als Ausreißer gelten Zahlen, die im Vergleich zu den anderen Werten sehr klein oder sehr groß sind.
 
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[[Grün: Arbeitsblätter | <span style="background-color:#00CD00"> $Aha!$ </span>]]   Zur besseren Verdeutlichung kannst du dir [http://rfdz.ph-noe.ac.at/fileadmin/Mathematik_Uploads/Medienvielfalt/Medienvielfalt3/lernpfad_beschreibende_statistik/beschreibendeStatistik/content/zstr/index.html dieses Arbeitsblatt] ansehen (klicke dabei zuerst auf „Median“ und „Mittelwert“ und verändere dann die Zahlen).  
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[[Grün: Arbeitsblätter | <span style="background-color:#00CD00"> $Aha!$ </span>]] $\ $ Zur besseren Verdeutlichung kannst du dir [http://rfdz.ph-noe.ac.at/fileadmin/Mathematik_Uploads/Medienvielfalt/Medienvielfalt3/lernpfad_statistik/index.html dieses Arbeitsblatt] ansehen (klicke dabei zuerst auf „Median“ und „Mittelwert“ und verändere dann die Zahlen).  
 
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# Setze „Zahl der Datenwerte“ auf $5$.   
 
# Setze „Zahl der Datenwerte“ auf $5$.   
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#: Schiebe nun 4 Werte auf „$1$“  und einen auf „$4$“. Wie verhält sich der Median, wie der Mittelwert?
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#: Schiebe nun $4$ Werte auf „$1$“  und einen auf „$4$“. Wie verhält sich der Median, wie der Mittelwert?
 
# Verteile anschließend alle $5$ Werte gleichmäßig auf den Zahlengeraden.
 
# Verteile anschließend alle $5$ Werte gleichmäßig auf den Zahlengeraden.
 
#: Nimm dann den ganz linken Wert und verschiebe ihn langsam ganz nach rechts. Beobachte dabei, wann und wie sich Median und arithmetisches Mittel verändern.
 
#: Nimm dann den ganz linken Wert und verschiebe ihn langsam ganz nach rechts. Beobachte dabei, wann und wie sich Median und arithmetisches Mittel verändern.
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Hinweis: Ein etwas [http://tube.geogebra.org/student/m70980 komplexeres Arbeitsblatt findest du hier].
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== Modus/Modalwert ==
 
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'''Beispiel''': Gegeben ist die Datenreihe ${1;2;2;2;5}$.  
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== Geometrisches Mittel ==
 
== Geometrisches Mittel ==
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Das Geometrische Mittel wird verwendet, um einen „durchschnittlichen [Faktor]“ zu ermitteln. So kann damit beispielsweise der durchschnittliche [[Wachstums-_und_Zerfallsprozesse#Definition_und_Verwendung_2|Wachstumsfaktor]] oder die durchschnittliche [[Zins-_und_Zinseszinsrechnung|Verzinsung]] berechnet werden.  
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Das Geometrische Mittel wird verwendet, um einen „durchschnittlichen Faktor“ zu ermitteln. So kann damit beispielsweise der durchschnittliche [[Wachstums-_und_Zerfallsprozesse#Definition_und_Verwendung_2|Wachstumsfaktor]] oder die durchschnittliche [[Zins-_und_Zinseszinsrechnung|Verzinsung]] berechnet werden.  
  
 
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Der durchschnittliche Zinssatz beträgt $0.95 \%$.
 
Der durchschnittliche Zinssatz beträgt $0.95 \%$.
 
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[[Kategorie:Statistik]]
 
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[[Kategorie:Porod 2015 5h]]
 

Aktuelle Version vom 28. Januar 2021, 19:06 Uhr

Zentralmaße - statistische Kennzahlen für das Mittel

Um „das Mittel“ zu berechnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dabei hat jede Vor- und Nachteile:


Arithmetisches Mittel $\bar{x}$

Definition

Das arithmetische Mittel, auch Durchschnitt oder Mittelwert genannt, ist nur bei metrisch skalierten Merkmalen anwendbar und wird berechnet, indem man alle vorhandenen Werte addiert und die Summe dieser Werte dann durch die Gesamtanzahl der Werte dividiert.

Beachte: Es gibt Merkmale in Datenlisten, die eine Berechnung des arithmetischen Mittels unmöglich machen (z. B.: Augenfarben, Güteklassen, …). Auch bei Schulnoten, genauer zur Berechnung einer „Durchschnittsnote“, wird oftmals das arithmetische Mittel fälschlicherweise herangezogen. Schulnoten sind ausschließlich ordinal skaliert, denn die Abstände zwischen den Noten sind nicht genauer definiert.


Beispiel: Bei einem Test erzielten $5$ Teilnehmer*innen folgende Punktezahlen: $\{ 1;2;2;2;5\}$. Das arithmetische Mittel (= „Durchschnittspunktezahl“) ergibt: $$\bar{x}=\frac{1+2+2+2+5}{5}=\frac{12}{5}=2.4$$


Definition
Grün rufezeichen.png
Das arithmetische Mittel $\bar{x}$ ist definiert als

$$\bar{x}=\frac{x_1+x_2+...+x_n}{n}$$ $$(\text{Summe aller Werte dividiert durch die Gesamtanzahl})$$

Formal mithilfe des Summenzeichens: $$\bar{x}=\frac{1}{n}\cdot \sum_{i=1}^{n} x_i$$


Idee des arithmetischen Mittels als Schwerpunkt

Übung zur Definition einer Menge

Falls das Applet nicht angezeigt wird, klicke hier.


Das gewichtete arithmetische Mittel

Sind bereits die absoluten oder relativen Häufigkeiten für das arithmetische Mittel bekannt, so kann auch eine der folgenden Formeln für das „gewichtete arithmetische Mittel“ verwendet werden:


Merke
Rotes rufezeichen.png
Formel mit der absoluten Häufigkeit

$$\bar{x}=\frac{a_1\cdot H_1+a_2\cdot H_2+...}{n}=\frac{1}{n}\cdot \sum_{i} a_i\cdot H_i$$ $$(\text{Summe aller Werte mal deren absolute Häufigkeit dividiert durch die Gesamtanzahl})$$


Beispiel zur Berechnung des arithmetischen Mittels mithilfe der absoluten Häufigkeiten:


Gegeben sind die folgenden Punktezahlen: $\{ 1;2;2;2;5\} $. Zuerst erstellen wir die Häufigkeitstabelle:

Punktezahl $a_i$ $H_i$ $h_i$
1 1 $\frac{1}{5}=20 \%$
2 3 $\frac{3}{5}=60 \%$
5 1 $\frac{1}{5}=20 \%$
$\sum$ 5 $\frac{5}{5}=100 \%$


Setzen wir in die Formel für die absolute Häufigkeit ein, so erhalten wir $$\bar{x}=\frac{a_1\cdot H_1+a_2\cdot H_2+a_3\cdot H_3}{n}$$ $$\bar{x}=\frac{1\cdot 1+2\cdot 3+5\cdot 1}{5}=\frac{12}{5}=2.4$$



Merke
Rotes rufezeichen.png
Formel mit der relativen Häufigkeit

$$\bar{x}=a_1\cdot h_1+a_2\cdot h_2+...=\sum_{i} a_i\cdot h_i $$ $$(\text{Summe aller Werte mal deren relative Häufigkeit})$$


Wichtig: Eine fast identische Formel wird später wieder für den Erwartungswert einer diskreten Zufallsvariable verwendet.


Beispiel zur Berechnung des arithmetischen Mittels mithilfe der relativen Häufigkeiten:

Gegeben sind die Punktezahlen $\{ 1;2;2;2;5\} $. Um das arithmetische Mittel zu berechnen, lesen wir die Werte sowie die relativen Häufigkeiten aus der Häufigkeitstabelle und setzen in die Formel ein:

Punktezahl $a_i$ $H_i$ $h_i$
1 1 $\frac{1}{5}=20 \%$
2 3 $\frac{3}{5}=60 \%$
5 1 $\frac{1}{5}=20 \%$
$\sum$ 5 $\frac{5}{5}=100 \%$


$$\bar{x}=a_1\cdot h_1+a_2\cdot h_2+a_3\cdot h_3=1\cdot \frac{1}{5}+2\cdot \frac{3}{5}+5\cdot \frac{1}{5}$$ $$\bar{x}=\frac{12}{5}=2.4$$



Zusammenfassung

Welche Formel verwende

ich für $\bar{x}$?

Rotes rufezeichen.png
Ist Folgendes gegeben ... ... verwende ich diese Formel
absolute Häufigkeiten $H_i$ $$\bar{x}=\frac{a_1\cdot H_1+a_2\cdot H_2+...}{n}=\frac{1}{n}\cdot \sum_{i} a_i\cdot H_i$$
relative Häufigkeiten $h_i$ $$\bar{x}=a_1\cdot h_1+a_2\cdot h_2+...=\sum_{i} a_i\cdot h_i $$
weder $H_i$ noch $h_i$ $$\bar{x}=\frac{1}{n} \sum_{i=1}^{n} x_i$$

Neben dem arithmetischen Mittel gibt es nun noch einen weiteren wichtigen Zentralwert, den ...



Median $Q_2$ ($=$ mittleres oder 2. Quartil)


Definition
Grün rufezeichen.png
Sortiert man eine Datenliste der Größe nach, so ist der Median $Q_2$ der Wert in der Mitte der geordneten Liste.

Liegen genau zwei Werte in der Mitte (was immer dann der Fall ist, wenn die Anzahl der Werte $n$ gerade ist), so ist $Q_2$ das arithmetische Mittel dieser beiden Werte.


Formal:

$\begin{align} &Q_2=x_{\frac{n+1}{2} }&& \textrm{ für ungerade $n$}\\ &Q_2=\frac{1}{2}\cdot \left(x_{\frac{n}{2} }+ x_{\frac{n}{2}+1 } \right)&& \textrm{ für gerade $n$}\\ \end{align}$


Beispiel für den Median

Gegeben ist die folgende Liste an Punktezahlen: $\{1;2;2;2;5\}$. Ermitteln Sie den Median $Q_2$.

Lösung: Insgesamt sind es $n=5$ Werte. Da die Liste bereits nach Größe geordnet ist, können wir den Median einfach ablesen:

durch Ablesen $\{1;2;\color{red}{2};2;5\}$
rechnerisch $Q_2=x_{\frac{5+1}{2}}=x_3=2$

Antwort: Der Median $Q_2$ ist der Wert an der dritten Stelle und somit $Q_2=2$.


$Aha!$ $\ $ Mithilfe dieses Applets kannst du die wichtigsten Eigenschaften des arithmetischen Mittels (Mittelwert) und des Medians noch einmal überprüfen.



Vorteil des Medians - Nachteil des arithmetischen Mittels

Vergleichen wir noch einmal das arithmetische Mittel und den Median unserer Liste $\{1; 2; 2; 2; 5\}$. $$\bar{x}=2.4 \textrm{ und } Q_2=2$$ Warum ist das arithmetische Mittel größer als der Median?

Antwort: Der Grund liegt darin, dass das arithmetische Mittel durch den „Ausreißer“ $5$ verzerrt wurde. Der Median hat sich dadurch nicht verändert.


Merke
Rotes rufezeichen.png
Allgemein gilt:
  • Das arithmetische Mittel $\bar{x}$ kann durch einzelne Ausreißer stark beeinflusst werden.
  • Der Median $Q_2$ wird davon in der Regel nicht beeinflusst.

Hinweis: Als Ausreißer gelten Zahlen, die im Vergleich zu den anderen Werten sehr klein oder sehr groß sind.


$Aha!$ $\ $ Zur besseren Verdeutlichung kannst du dir dieses Arbeitsblatt ansehen (klicke dabei zuerst auf „Median“ und „Mittelwert“ und verändere dann die Zahlen).


Aufgaben zum Arbeitsblatt

$$ \ $$
  1. Setze „Zahl der Datenwerte“ auf $5$.
    Schiebe nun $4$ Werte auf „$1$“ und einen auf „$4$“. Wie verhält sich der Median, wie der Mittelwert?
  2. Verteile anschließend alle $5$ Werte gleichmäßig auf den Zahlengeraden.
    Nimm dann den ganz linken Wert und verschiebe ihn langsam ganz nach rechts. Beobachte dabei, wann und wie sich Median und arithmetisches Mittel verändern.


Lösungen:

1. Der Median ist der mittlere Wert aller $5$ Werte und bleibt deshalb bei $1$. Der Mittelwert liegt dagegen zwischen $1$ und $4$.

2. Der Median bleibt gleich, solange der zu verschiebende Wert nicht in der Mitte ist. Der Mittelwert ändert seinen Wert ständig.


Hinweis: Ein etwas komplexeres Arbeitsblatt findest du hier.



Modus/Modalwert

Definition
Grün rufezeichen.png
Der Modus (auch Modalwert genannt) ist der häufigste Wert in einer Datenreihe (d. h. jener Wert mit der größten absoluten Häufigkeit).


Beispiel: Gegeben ist die Datenreihe $\{1; 2; 2; 2; 5\}$.

Dann ist der Modus gleich $2$, da $2$ mit einer absoluten Häufigkeit von $H=3$ erscheint.


Geometrisches Mittel

Das Geometrische Mittel wird verwendet, um einen „durchschnittlichen Faktor“ zu ermitteln. So kann damit beispielsweise der durchschnittliche Wachstumsfaktor oder die durchschnittliche Verzinsung berechnet werden.


Definition
Grün rufezeichen.png
Sind $r_1,\ ...,\ r_5$ verschiedene Wachstumsfaktoren, dann ist

$$\bar{x}_{geo}=\sqrt[n]{r_1\cdot r_2\cdot r_3\dots r_n}$$ der durchschnittliche Wachstumsfaktor.


Das Geometrische Mittel $\bar{x}_{geo}$ ist die $n$-te Wurzel aller $n$ Faktoren.



Bsp.png

Das jährliche Wachstum eines Kapitals von $K_0=100$ Euro ist in folgender Tabelle gegeben.

Jahr 1 2 3 4 5
Verzinsung 5 % 3 % -4 % 2 % -1 %


a) Berechnen Sie das Kapital am Ende des $5$. Jahres.

b) Ermitteln Sie um welchen Prozentsatz das Kapital durchschnittlich pro Jahr gewachsen ist.



a) Berechnen Sie das Kapital am Ende des $5$. Jahres.


Wiederholung: Aufzinsen heißt, mit dem Wachstumsfaktor $r$ multiplizieren. $$K_5=K_0\cdot r_1\cdot r_2\cdot r_3\cdot r_4\cdot r_5$$ $$K_5=100\cdot 1.05\cdot 1.03\cdot 0.96\cdot 1.02\cdot 0.99$$ $$K_5=104.84$$

Antwort: Das Kapital nach $5$ Jahren beträgt $€ 104.84$.


b) Ermitteln Sie um welchen Prozentsatz das Kapital durchschnittlich pro Jahr gewachsen ist.

Hier gibt es nun $2$ Möglichkeiten:


1. Möglichkeit: mithilfe des geometrischen Mittels $$\bar{x}_{geo}=\sqrt[n]{r_1\cdot r_2\cdot r_3 \dots r_n}$$ $$\bar{x}_{geo}=\sqrt[5]{1.05\cdot 1.03\cdot 0.96\cdot 1.02\cdot 0.99}$$ $$\bar{x}_{geo} = 1.0095$$ Der durchschnittliche Zinssatz beträgt $0.95 \%$.


2. Möglichkeit: mithilfe des Anfangs- und Endkapitals und der Formel $K_n=K_0\cdot r^n$

Wir wissen: $K_0=100$ und $K_5=104.84$.

Gesucht ist nun der durchschnittliche Aufzinsungsfaktor $r$ in der Zinseszinsformel $K_n=K_0\cdot r^n$:

$$K_n=K_0\cdot r^n$$ $$104.84=100\cdot r^5$$ $$r=1.0095$$ Der durchschnittliche Zinssatz beträgt $0.95 \%$.