Wahrscheinlichkeit: Grundlagen: Unterschied zwischen den Versionen

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(→‎Gegenwahrscheinlichkeit sowie sichere und unmögliche Ereignisse)
 
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Bei der Wahrscheinlichkeitsrechnung beschäftigen wir uns mit Zufallsexperimenten wie zum Beispiel  
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Bei der '''Wahrscheinlichkeitsrechnung''' beschäftigen wir uns mit Zufallsexperimenten wie zum Beispiel  
 
* dem Wurf einer Münze oder eines Würfels
 
* dem Wurf einer Münze oder eines Würfels
 
* dem blinden Ziehen einer Kugel aus einer Urne
 
* dem blinden Ziehen einer Kugel aus einer Urne
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und wollen dabei bestimmen, wie wir die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines bestimmten Ereignisses abschätzen bzw. berechnen können.  
 
und wollen dabei bestimmen, wie wir die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines bestimmten Ereignisses abschätzen bzw. berechnen können.  
  
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== Einsteig ==
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= Einstieg =
  
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Frage zum Einstieg:
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'''Fragestellung zum Einstieg:''' Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, beim Würfeln mit einem Würfel eine $3$ zu würfeln (vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um einen fairen - nicht manipulierten - sechsseitigen Würfel)?
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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, beim Würfeln mit einem Würfel eine 3 zu würfeln (vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um einen fairen (perfekten) sechseitigen Würfel)?
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Antwort: Wahrscheinlichkeit für einen 3er$=\frac{1}{6}\approx 0.167 = 16.7$%.
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'''Antwort:''' Wahrscheinlichkeit für einen $3$er$=\frac{1}{6}\approx 0.167 = 16.7 \%$.
  
 
Abgekürzt schreibt man auch
 
Abgekürzt schreibt man auch
 
$$P(3er)=\frac{1}{6}$$
 
$$P(3er)=\frac{1}{6}$$
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wobei $P(3er)$ für "''Wahrscheinlichkeit (engl. '''p'''robability) für einen 3er''" steht.
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wobei $P(3$er$)$ für „''Wahrscheinlichkeit (engl. '''p'''robability) für einen $3$er''“ steht.
  
 
Wie kommt man übrigens auf $\frac{1}{6}$?  
 
Wie kommt man übrigens auf $\frac{1}{6}$?  
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Ganz einfach: Insgesamt gibt es 6 mögliche Versuchsausgänge (1er, 2er, 3er, 4er, 5er, 6er) und nur bei einem davon kommt eine 3.  
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Ganz einfach: Insgesamt gibt es $6$ mögliche Versuchsausgänge ($1$er, $2$er, $3$er, $4$er, $5$er, $6$er) und nur bei einem davon kommt eine $3$.  
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Also: Bei 1 von 6 $=\frac{1}{6}$ aller Ausgänge kommt ein 3er.  
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Also: Bei $1$ von $6$ $=\frac{1}{6}$ aller Ausgänge kommt ein $3$er.  
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== Begriffe ==
 
== Begriffe ==
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* Die Menge aller möglichen Versuchsausgänge nennt man $Ereignismenge\ \Omega$
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* Die Menge aller möglichen Versuchsausgänge nennt man $\text{Ereignismenge}\ \Omega$.
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: Im obigen Beispiel war $\Omega=\{ 1er, 2er, 3er, 4er, 5er, 6er\}$
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: Im obigen Beispiel war $\Omega=\{ 1$er$, 2$er$, 3$er$, 4$er$, 5$er$, 6$er$\}$
 
* Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des Ereignisses $E$ wird mit $P(E)$ abgekürzt.
 
* Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des Ereignisses $E$ wird mit $P(E)$ abgekürzt.
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: Im obigen Beispiel war $E=$"ein 3er wird gewürfelt".
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: Im obigen Beispiel war $E=$ „ein $3$er wird gewürfelt“.
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== Grundregeln und die Laplace'sche Wahrscheinlichkeit ==
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= Grundregeln und die Laplace'sche Wahrscheinlichkeit =
  
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Machen wir noch ein paar Beispiele. Wieder geht es um das einmalige Würfeln eines 6-seitigen Würfels:
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Machen wir noch ein paar Beispiele. Wieder geht es um das einmalige Würfeln eines $6$-seitigen Würfels:
  
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{{Vorlage:Beispiel|1= Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine 6?
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{{Vorlage:Beispiel|1= Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine $6$?
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|2= $\underbrace{P(6er)}_{\textrm{Wahrscheinlichkeit für einen 6er} }=\frac{1}{6}$
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|2= $\underbrace{P(6$er$)}_{\textrm{Wahrscheinlichkeit für einen $6$er} }=\frac{1}{6}$
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Grund: Es gibt wieder 6 '''mögliche''' Ausgänge und nur einer davon (ein 6er) ist '''günstig''' }}
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Grund: Es gibt wieder $6$ '''mögliche''' Ausgänge und nur einer davon (ein $6$er) ist '''günstig'''. }}
  
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{{Vorlage:Beispiel|1= Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit einen 5er ODER einen 6er zu würfeln?
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{{Vorlage:Beispiel|1= Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit einen $5$er ODER einen $6$er zu würfeln?
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|2= $\underbrace{P(5er\lor 6er)}_{\textrm{Wahrscheinlichkeit für einen 5er oder 6er} }=\frac{2}{6}$
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|2= $\underbrace{P(5er\lor 6$er$)}_{\textrm{Wahrscheinlichkeit für einen $5$er oder $6$er} }=\frac{2}{6}$
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Grund: Es gibt wieder 6 '''mögliche''' Ausgänge und nur zwei davon (ein 5er oder 6er) sind '''günstig''' }}
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Grund: Es gibt wieder $6$ '''mögliche''' Ausgänge und nur zwei davon (ein $5$er oder $6$er) sind '''günstig'''. }}
  
  
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{{Vorlage:Beispiel|1= In einer Box sind 100 Lose. Nur 7 davon sind Gewinne. Du ziehst blind eines der Lose. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das gezogene Los ein Gewinn ist?
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{{Vorlage:Beispiel|1= In einer Box sind $100$ Lose. Nur $7$ davon sind Gewinne. Du ziehst blind eines der Lose. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das gezogene Los ein Gewinn ist?
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|2= Wie bei den oberen Beispielen überlegen wir uns wieder, wie viele '''mögliche''' Ausgänge es gibt (=100) und wie viele davon für uns '''günstig''' sind (=7). Damit gilt:
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|2= Wie bei den oberen Beispielen überlegen wir uns wieder, wie viele '''mögliche''' Ausgänge es gibt (= $100$) und wie viele davon für uns '''günstig''' sind (= $7$). Damit gilt:
 
$$P(Gewinn)=\frac{7}{100}$$
 
$$P(Gewinn)=\frac{7}{100}$$
 
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Bei einem Zufallsversuch, bei dem  
 
Bei einem Zufallsversuch, bei dem  
  
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: a) jedes Einzelereignis die gleiche Chance des Eintretens hat und
  
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a) jedes Einzelereignis die gleiche Chance des Eintretens hat und
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: b) es nur endlich viele verschiedene Einzelereignisse gibt,
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b) es nur endlich viele verschiedene Einzelereignisse gibt,
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gilt für die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses $E$:
 
gilt für die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses $E$:
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$$P(E)=\frac{\textrm{Anzahl der für E günstigen Ausgänge} }{\textrm{ Anzahl der möglichen Ausgänge} }=\frac{ \textrm{günstige} }{\textrm{mögliche} }$$
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$$P(E)=\frac{\textrm{Anzahl der für $E$ günstigen Ausgänge} }{\textrm{ Anzahl der möglichen Ausgänge} }=\frac{ \textrm{günstige} }{\textrm{mögliche} }$$
 
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[[Violett: Quizzes und dynamische Aufgabenblätter| <span style="background-color:#FF3E96"> ? </span>]] Auf dieser [http://rfdz.ph-noe.ac.at/fileadmin/Mathematik_Uploads/Medienvielfalt/Medienvielfalt3/lernpfad_einfuehrung_wahrscheinlichkeitsrechnung/Lernpfad_Wahrscheinlichkeit/034_Bsp.html Seite] findest du weitere Übungen.
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[[Violett: Quizzes und dynamische Aufgabenblätter| <span style="background-color:#FF3E96"> ? </span>]] $\ $ Auf dieser [http://rfdz.ph-noe.ac.at/fileadmin/Mathematik_Uploads/Medienvielfalt/Medienvielfalt3/lernpfad_einfuehrung_wahrscheinlichkeitsrechnung/Lernpfad_Wahrscheinlichkeit/034_Bsp.html Seite] findest du weitere Übungen.
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== Gegenwahrscheinlichkeit sowie sichere und unmögliche Ereignisse ==
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= Gegenwahrscheinlichkeit sowie sichere und unmögliche Ereignisse =
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Zu allererst zwei Überlegungen:
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{{Vorlage:Merke|1=  
 
{{Vorlage:Merke|1=  
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Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas passiert, ist 100%=1 (z.B. Wahrscheinlichkeit, dass man beim Münzwurf "Kopf" oder "Zahl" wirft ist 100%).
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Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas '''sicher''' passiert, ist $100 \%=1$ (z. B.: Die Wahrscheinlichkeit, dass man beim Münzwurf „Kopf“ oder „Zahl“ wirft, ist $100 \%$).
 
$$P(\Omega)=1$$
 
$$P(\Omega)=1$$
 
wobei $\Omega$ die Menge der möglichen Ereignisse ist.   
 
wobei $\Omega$ die Menge der möglichen Ereignisse ist.   
  
  
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Die Wahrscheinlichkeit für ein unmögliches Ereignis ist 0 (z.B. Wahrscheinlichkeit, beim '''Münz'''wurf eine 6 zu Würfeln)
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Die Wahrscheinlichkeit für ein '''unmögliches''' Ereignis ist $0$ (z. B.: Die Wahrscheinlichkeit beim '''Münz'''wurf eine $6$ zu würfeln ist $0 \%$.)
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$$P(unmögliches\ Ereignis)=0$$
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$$P(\text{unmögliches Ereignis})=0$$
  
 
}}
 
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Nun zu folgendem Beispiel:
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{{Vorlage:Beispiel|1= Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, '''keine''' 6 beim Wurf mit einem Würfel zu würfeln?
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{{Vorlage:Beispiel|1= Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, '''keine''' $6$ beim Wurf mit einem Würfel zu würfeln?
 
|2= Hier gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten:
 
|2= Hier gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten:
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# Variante: $$P(kein\ 6er)=P(1er, 2er, 3er, 4er, 5er)=\frac{günstige}{mögliche}=\frac{5}{6}$$ <br> Das Problem ist, dass wir uns hier überlegen müssen, welche Ereignisse alle infrage kommen. Dies kann mitunter aufwändig werden. Einfacher geht es mit der
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# Variante: $$P(\text{kein}\ 6er)=P(1er, 2er, 3er, 4er, 5er)=\frac{günstige}{mögliche}=\frac{5}{6}$$ <br> Das Problem ist, dass wir uns hier überlegen müssen, welche Ereignisse alle infrage kommen. Dies kann mitunter aufwändig werden. Einfacher geht es mit der
 
# Variante:
 
# Variante:
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$$P(kein\ 6er)=P(irgendetwas\ passiert)-P(6er)=1-P(6er)=1-\frac{1}{6}=\frac{5}{6}$$
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$$P(\text{kein}\ 6er)=P(\text{irgendetwas passiert})-P(6er)=1-P(6er)=1-\frac{1}{6}=\frac{5}{6}$$
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Hier haben wir die gesuchte Wahrscheinlichkeit ($P(kein\ 6er)$) mithilfe der Gegenwahrscheinlichkeit ($P(6er)$) berechnet. }}
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Hier haben wir die gesuchte Wahrscheinlichkeit ($P(\text{kein}\ 6er)$) mithilfe der Gegenwahrscheinlichkeit ($P(6er)$) berechnet. }}
  
 
{{Vorlage:Merke|1= '''Satz über die Gegenwahrscheinlichkeit'''
 
{{Vorlage:Merke|1= '''Satz über die Gegenwahrscheinlichkeit'''
−
Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses $\bar{E}$ ("nicht $E$") beträgt:
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Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses $\bar{E}$ („nicht $E$“) beträgt:
 
$$P(\bar{E})=1-P(E)$$
 
$$P(\bar{E})=1-P(E)$$
 
}}
 
}}
  
−
{{Vorlage:Beispiel|1= In einer Urne mit 20 Kugeln sind 5 blau, 3 rot, 7 gelb und 5 grün. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, keine blaue Kugel zu ziehen?
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{{Vorlage:Beispiel|1= In einer Urne mit $20$ Kugeln sind $5$ blau, $3$ rot, $7$ gelb und $5$ grün. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit keine blaue Kugel zu ziehen?
 
|2=
 
|2=
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$$P(nicht\ blau)=1-P(blau)=1-\frac{5}{20}=\frac{15}{20}=\frac{3}{4}=75\%$$
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$$P(\text{nicht blau})=1-P(\text{blau})=1-\frac{5}{20}=\frac{15}{20}=\frac{3}{4}=75\%$$
 
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== Additions- und Multiplikationsregel sowie das Geburtstagsparadoxon ==
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= Additions- und Multiplikationsregel sowie das Geburtstagsparadoxon =
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== Additionsregel („ODER“-Regel) ==
  
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=== Additionsregel ("ODER"-Regel) ===
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{{Vorlage:Definition|1= 2 Ereignisse $E$ und $F$ sind „'''''unvereinbar'''''“, wenn nicht beide zur selben Zeit auftreten können. Anders formuliert:
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Zuerst eine kleine Definition:
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{{Vorlage:Definition|1= 2 Ereignisse $E$ und $F$ sind "'''''unvereinbar'''''", wenn nicht beide zur selben Zeit auftreten können. Anders formuliert:
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$$P(E\cap F)=0$$
 
$$P(E\cap F)=0$$
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''"Die Wahrscheinlichkeit, dass $E$ '''und'''($=\cap$) $F$ zusammen eintreten, ist 0. }}"''
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''„Die Wahrscheinlichkeit, dass $E$ '''und''' ($=\cap$) $F$ zusammen eintreten, ist $0$.“''}}
  
  
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'''Beispiel:''' Das Ereignis $E=$"ich würfle eine 6" und das Ereignis $F=$"ich würfle eine 1" sind beim Wurf mit einem Würfel unvereinbar.  
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'''Beispiel:''' Das Ereignis $E=$ „ich würfle eine $6$“ und das Ereignis $F=$ „ich würfle eine $1$“ sind beim Wurf mit einem Würfel unvereinbar.  
  
  
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'''Beispiel mit nicht unvereinbaren Ereignissen''': $E=$"ich würfle eine 6" und $F=$"ich würfle eine gerade Zahl". Hier kann nämlich gleichzeitig $E$ und $F$ eintreten (nämlich, wenn ein 6er gewürfelt wird).  
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'''Beispiel mit nicht unvereinbaren Ereignissen''': $E=$ „ich würfle eine $6$“ und $F= $ „ich würfle eine gerade Zahl“. Hier können nämlich $E$ und $F$ gleichzeitig eintreten (nämlich, wenn ein $6$er gewürfelt wird).  
 
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Nun zur
 
Nun zur
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{{Vorlage:Merke|1='''Additionsregel ("Oder"-Regel)'''
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{{Vorlage:Merke|1='''Additionsregel („Oder“-Regel)'''
 
Sind zwei Ereignisse $E$ und $F$ unvereinbar, dann gilt:
 
Sind zwei Ereignisse $E$ und $F$ unvereinbar, dann gilt:
 
$$P(E\cup F)=P(E)+P(F)$$
 
$$P(E\cup F)=P(E)+P(F)$$
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("''Die Wahrscheinlichkeit $E$ '''oder''' ($=\cup$) $F$ zu erhalten ist $P(E)$ plus $P(F)$''") }}
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(„''Die Wahrscheinlichkeit $E$ '''oder''' ($=\cup$) $F$ zu erhalten ist $P(E)$ plus $P(F)$''“) }}
  
 
{{Vorlage:Beispiel|1=  
 
{{Vorlage:Beispiel|1=  
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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, beim Würfeln eine 6 '''oder''' eine 3 zu würfeln?
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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, beim Würfeln eine $6$ '''oder''' eine $3$ zu würfeln?
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|2= Das Ereignis $E=$"$6er\ würfeln$" und $F=$"$3er\ würfeln$" sind unvereinbar. Somit können wir unsere Additionsregel anwenden:  
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|2= Das Ereignis $E=$ „$6er\ würfeln$“ und $F=$ „$3er\ würfeln$“ sind unvereinbar. Somit können wir unsere Additionsregel anwenden:  
 
$$P(6er\cup 3er)=P(6er)+P(3er)=\frac{1}{6}+\frac{1}{6}=\frac{2}{6}$$}}
 
$$P(6er\cup 3er)=P(6er)+P(3er)=\frac{1}{6}+\frac{1}{6}=\frac{2}{6}$$}}
  
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<span style="color:#A020F0> '''Wichtiger Hinweis''' </span>
 
<span style="color:#A020F0> '''Wichtiger Hinweis''' </span>
  
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<div class="mw-collapsible-content"> Die Eigenschaft, dass die Ereignisse unvereinbar sein müssen, ist wichtig! Nehmen wir z.B. zwei Ereignisse, die nicht unvereinbar sind:  
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<div class="mw-collapsible-content"> Die Eigenschaft, dass die Ereignisse unvereinbar sein müssen, ist wichtig. Nehmen wir z. B. zwei Ereignisse, die nicht unvereinbar sind:  
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* $E=$"man würfelt eine 2" und
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* $E=$ „man würfelt eine $2$“ und
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* $F=$"man würfelt eine gerade Zahl" (d.h. 2, 4 oder 6)
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* $F=$ „man würfelt eine gerade Zahl“ (d. h. $2, 4$ oder $6$)
  
 
$E$ und $F$ sind nicht unvereinbar, denn $P(E\cap F)=P(2er\ und \ gerade)=P(2er)=\frac{1}{6}$.
 
$E$ und $F$ sind nicht unvereinbar, denn $P(E\cap F)=P(2er\ und \ gerade)=P(2er)=\frac{1}{6}$.
  
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Dann gilt selbstverständlich $P(E)=\frac{1}{6}$ und $P(F)=\frac{3}{6}$ aber für die Wahrscheinlichkeit, eine 2 ODER eine gerade Zahl zu würfeln gilt:  
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Dann gilt selbstverständlich $P(E)=\frac{1}{6}$ und $P(F)=\frac{3}{6}$ aber für die Wahrscheinlichkeit, eine $2$ ODER eine gerade Zahl zu würfeln gilt:  
 
$$\underbrace{P(E\cup F)}_{\frac{3}{6}}\ne \underbrace{P(E)+P(F)}_{\frac{1}{6}+\frac{3}{6}}$$
 
$$\underbrace{P(E\cup F)}_{\frac{3}{6}}\ne \underbrace{P(E)+P(F)}_{\frac{1}{6}+\frac{3}{6}}$$
 
Da die Wahrscheinlichkeit, eine gerade Zahl zu würfeln nur $\frac{3}{6}$ ist.
 
Da die Wahrscheinlichkeit, eine gerade Zahl zu würfeln nur $\frac{3}{6}$ ist.
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=== Multiplikationsregel ("UND"-Regel)===
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== Multiplikationsregel („UND“-Regel) ==
 
Zuerst wieder eine kleine Definition:  
 
Zuerst wieder eine kleine Definition:  
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{{Vorlage:Definition|1= 2 Ereignisse $E$ und $F$ sind "'''''unabhängig voneinander'''''", wenn das erste Ereignis keinen Einfluss auf das zweite hat.  
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{{Vorlage:Definition|1= $2$ Ereignisse $E$ und $F$ sind „'''''unabhängig voneinander'''''“, wenn das erste Ereignis keinen Einfluss auf das zweite hat.  
  
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Zum Beispiel: Ich werfe zweimal mit einem Würfel. Das Ergebnis des ersten Wurfs ($=E$) hat in der Regel nichts mit dem Ergebnis des zweiten Wurfs ($=F$) gemeinsam. }}
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Z. B.: Ich werfe zweimal mit einem Würfel. Das Ergebnis des ersten Wurfs ($=E$) hat in der Regel nichts mit dem Ergebnis des zweiten Wurfs ($=F$) gemeinsam. }}
  
  
 
Und nun zur  
 
Und nun zur  
 
{{Vorlage:Merke|1= '''Multiplikationsregel ('''UND'''-Regel):'''
 
{{Vorlage:Merke|1= '''Multiplikationsregel ('''UND'''-Regel):'''
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Sind zwei Ereignisse $E$ und $F$ unabhängig voneinander, dann gilt für die Wahrscheinlichkeit, dass beide zusammenauftreten:
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Sind zwei Ereignisse $E$ und $F$ unabhängig voneinander, dann gilt für die Wahrscheinlichkeit, dass beide zusammen auftreten:
 
$$P(E\cap F)=P(E)\cdot P(F)$$
 
$$P(E\cap F)=P(E)\cdot P(F)$$
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Die W., dass $E$ '''und'''($=\cap$) $F$ zusammen auftreten ist $P(E)$ mal $P(F)$
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Die Wahrscheinlichkeit, dass $E$ '''und''' ($=\cap$) $F$ zusammen auftreten ist $P(E)$ mal $P(F)$.
 
}}
 
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{{Vorlage:Beispiel|1= Es wird zweimal hintereinander mit einem Würfel geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass zuerst eine 6 und anschließend eine 3 gewürfelt wird.
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{{Vorlage:Beispiel|1= Es wird zweimal hintereinander mit einem Würfel geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass zuerst eine $6$ und anschließend eine $3$ gewürfelt wird.
 
|2=
 
|2=
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Beide Ereignisse ($E=$ "zuerst eine 6" und $F=$ "dann eine 3") sind unabhängig. Somit gilt nach der Multiplikationsregel:
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Beide Ereignisse ($E= $ „zuerst eine $6$“ und $F= $ „dann eine $3$“) sind unabhängig. Somit gilt nach der Multiplikationsregel:
 
$$P(6er \cap 3er)=P(6er)\cdot P(3er)=\frac{1}{6}\cdot \frac{1}{6}=\frac{1}{36}$$
 
$$P(6er \cap 3er)=P(6er)\cdot P(3er)=\frac{1}{6}\cdot \frac{1}{6}=\frac{1}{36}$$
 
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=== Das Geburtstagsparadoxon: Anwendung der Gegenwahrscheinlichkeit und der Multiplikationsregel ===
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== Das Geburtstagsparadoxon: Anwendung der Gegenwahrscheinlichkeit und der Multiplikationsregel ==
  
 
  {{#ev:youtube|RIBrYgEhu2g}}
 
  {{#ev:youtube|RIBrYgEhu2g}}
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= Was ist überhaupt Wahrscheinlichkeit - Wahrscheinlichkeit als Grenzwert der relativen Häufigkeit =  
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== Was ist überhaupt Wahrscheinlichkeit - Wahrscheinlichkeit als Grenzwert der relativen Häufigkeit ==  
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Eine Wahrscheinlichkeit ist eigentlich Maß für eine Erwartung.  
 
Eine Wahrscheinlichkeit ist eigentlich Maß für eine Erwartung.  
 
Beim Würfeln gibt  
 
Beim Würfeln gibt  
 
$$P(3er)=\frac{1}{6}$$  
 
$$P(3er)=\frac{1}{6}$$  
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an, dass ungefähr in einem von 6 Würfen ein 3er erscheint. Eigentlich meint man aber eher folgendes: "''Wenn ich oft genug würfle, dann wird ungefähr in einem Sechstel aller Fälle ein 3er erscheinen''". D.h. Die Wahrscheinlichkeit gibt den Grenzwert der [[Statistik|relativen Häufigkeit]] an.  
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an, dass ungefähr in einem von $6$ Würfen ein $3$er erscheint. Eigentlich meint man aber eher folgendes: „''Wenn ich oft genug würfle, dann wird ungefähr in einem Sechstel aller Fälle ein 3er erscheinen''“. D. h. Die Wahrscheinlichkeit gibt den Grenzwert der [[Statistik|relativen Häufigkeit]] an.  
  
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In der Mathematik drückt man den Grad der Erwartung durch eine reelle Zahl aus dem Intervall [0;1] aus und bezeichnet die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses E mit P(E) (=Propability/Probabilität von E)
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In der Mathematik drückt man den Grad der Erwartung durch eine reelle Zahl aus dem Intervall $[0;1]$ aus und bezeichnet die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses $E$ mit $P(E)$ (= Propability/Probabilität von $E$).
  
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hier noch ein Bsp zu Gesetz der großen Zahlen - Excel Liste, in der die relative Häufigkeit sich der tatsächlichen W. nähert.
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Hier noch ein Beispiel zu Gesetz der großen Zahlen - Excel Liste, in der die relative Häufigkeit sich der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit nähert.
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= Interaktive Übungen =
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== Quiz: Wahrscheinlichkeitsrechnung (WS 2.1-2.4) ==
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[[Kategorie:Wahrscheinlichkeitsrechnung]]
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[[Kategorie:Wahrscheinlichkeit und Statistik]]

Aktuelle Version vom 2. Februar 2021, 17:50 Uhr

Bei der Wahrscheinlichkeitsrechnung beschäftigen wir uns mit Zufallsexperimenten wie zum Beispiel

  • dem Wurf einer Münze oder eines Würfels
  • dem blinden Ziehen einer Kugel aus einer Urne
  • ...

und wollen dabei bestimmen, wie wir die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines bestimmten Ereignisses abschätzen bzw. berechnen können.

Fragestellung zum Einstieg: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, beim Würfeln mit einem Würfel eine $3$ zu würfeln (vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um einen fairen - nicht manipulierten - sechsseitigen Würfel)?


Antwort: Wahrscheinlichkeit für einen $3$er$=\frac{1}{6}\approx 0.167 = 16.7 \%$.

Abgekürzt schreibt man auch $$P(3er)=\frac{1}{6}$$ wobei $P(3$er$)$ für „Wahrscheinlichkeit (engl. probability) für einen $3$er“ steht.

Wie kommt man übrigens auf $\frac{1}{6}$? Ganz einfach: Insgesamt gibt es $6$ mögliche Versuchsausgänge ($1$er, $2$er, $3$er, $4$er, $5$er, $6$er) und nur bei einem davon kommt eine $3$. Also: Bei $1$ von $6$ $=\frac{1}{6}$ aller Ausgänge kommt ein $3$er.

Begriffe

  • Die Menge aller möglichen Versuchsausgänge nennt man $\text{Ereignismenge}\ \Omega$.
Im obigen Beispiel war $\Omega=\{ 1$er$, 2$er$, 3$er$, 4$er$, 5$er$, 6$er$\}$
  • Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des Ereignisses $E$ wird mit $P(E)$ abgekürzt.
Im obigen Beispiel war $E=$ „ein $3$er wird gewürfelt“.



Machen wir noch ein paar Beispiele. Wieder geht es um das einmalige Würfeln eines $6$-seitigen Würfels:


Bsp.png

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine $6$?

$\underbrace{P(6$er$)}_{\textrm{Wahrscheinlichkeit für einen $6$er} }=\frac{1}{6}$

Grund: Es gibt wieder $6$ mögliche Ausgänge und nur einer davon (ein $6$er) ist günstig.


Bsp.png

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit einen $5$er ODER einen $6$er zu würfeln?

$\underbrace{P(5er\lor 6$er$)}_{\textrm{Wahrscheinlichkeit für einen $5$er oder $6$er} }=\frac{2}{6}$

Grund: Es gibt wieder $6$ mögliche Ausgänge und nur zwei davon (ein $5$er oder $6$er) sind günstig.



Bsp.png

In einer Box sind $100$ Lose. Nur $7$ davon sind Gewinne. Du ziehst blind eines der Lose. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das gezogene Los ein Gewinn ist?

Wie bei den oberen Beispielen überlegen wir uns wieder, wie viele mögliche Ausgänge es gibt (= $100$) und wie viele davon für uns günstig sind (= $7$). Damit gilt:

$$P(Gewinn)=\frac{7}{100}$$


Damit können wir nun eine allgemeine Regel ableiten:


Definition
Grün rufezeichen.png
Regel von Laplace

Bei einem Zufallsversuch, bei dem

a) jedes Einzelereignis die gleiche Chance des Eintretens hat und
b) es nur endlich viele verschiedene Einzelereignisse gibt,

gilt für die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses $E$: $$P(E)=\frac{\textrm{Anzahl der für $E$ günstigen Ausgänge} }{\textrm{ Anzahl der möglichen Ausgänge} }=\frac{ \textrm{günstige} }{\textrm{mögliche} }$$


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Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas sicher passiert, ist $100 \%=1$ (z. B.: Die Wahrscheinlichkeit, dass man beim Münzwurf „Kopf“ oder „Zahl“ wirft, ist $100 \%$).

$$P(\Omega)=1$$ wobei $\Omega$ die Menge der möglichen Ereignisse ist.


Die Wahrscheinlichkeit für ein unmögliches Ereignis ist $0$ (z. B.: Die Wahrscheinlichkeit beim Münzwurf eine $6$ zu würfeln ist $0 \%$.) $$P(\text{unmögliches Ereignis})=0$$


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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, keine $6$ beim Wurf mit einem Würfel zu würfeln?

Hier gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten:
  1. Variante: $$P(\text{kein}\ 6er)=P(1er, 2er, 3er, 4er, 5er)=\frac{günstige}{mögliche}=\frac{5}{6}$$
    Das Problem ist, dass wir uns hier überlegen müssen, welche Ereignisse alle infrage kommen. Dies kann mitunter aufwändig werden. Einfacher geht es mit der
  2. Variante:

$$P(\text{kein}\ 6er)=P(\text{irgendetwas passiert})-P(6er)=1-P(6er)=1-\frac{1}{6}=\frac{5}{6}$$ Hier haben wir die gesuchte Wahrscheinlichkeit ($P(\text{kein}\ 6er)$) mithilfe der Gegenwahrscheinlichkeit ($P(6er)$) berechnet.


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Satz über die Gegenwahrscheinlichkeit

Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses $\bar{E}$ („nicht $E$“) beträgt: $$P(\bar{E})=1-P(E)$$


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In einer Urne mit $20$ Kugeln sind $5$ blau, $3$ rot, $7$ gelb und $5$ grün. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit keine blaue Kugel zu ziehen?

$$P(\text{nicht blau})=1-P(\text{blau})=1-\frac{5}{20}=\frac{15}{20}=\frac{3}{4}=75\%$$



Additionsregel („ODER“-Regel)

Definition
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2 Ereignisse $E$ und $F$ sind „unvereinbar“, wenn nicht beide zur selben Zeit auftreten können. Anders formuliert:

$$P(E\cap F)=0$$ „Die Wahrscheinlichkeit, dass $E$ und ($=\cap$) $F$ zusammen eintreten, ist $0$.“


Beispiel: Das Ereignis $E=$ „ich würfle eine $6$“ und das Ereignis $F=$ „ich würfle eine $1$“ sind beim Wurf mit einem Würfel unvereinbar.


Beispiel mit nicht unvereinbaren Ereignissen: $E=$ „ich würfle eine $6$“ und $F= $ „ich würfle eine gerade Zahl“. Hier können nämlich $E$ und $F$ gleichzeitig eintreten (nämlich, wenn ein $6$er gewürfelt wird).

Nun zur

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Additionsregel („Oder“-Regel)

Sind zwei Ereignisse $E$ und $F$ unvereinbar, dann gilt: $$P(E\cup F)=P(E)+P(F)$$ („Die Wahrscheinlichkeit $E$ oder ($=\cup$) $F$ zu erhalten ist $P(E)$ plus $P(F)$“)


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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, beim Würfeln eine $6$ oder eine $3$ zu würfeln?

Das Ereignis $E=$ „$6er\ würfeln$“ und $F=$ „$3er\ würfeln$“ sind unvereinbar. Somit können wir unsere Additionsregel anwenden:

$$P(6er\cup 3er)=P(6er)+P(3er)=\frac{1}{6}+\frac{1}{6}=\frac{2}{6}$$


Wichtiger Hinweis

Die Eigenschaft, dass die Ereignisse unvereinbar sein müssen, ist wichtig. Nehmen wir z. B. zwei Ereignisse, die nicht unvereinbar sind:
  • $E=$ „man würfelt eine $2$“ und
  • $F=$ „man würfelt eine gerade Zahl“ (d. h. $2, 4$ oder $6$)

$E$ und $F$ sind nicht unvereinbar, denn $P(E\cap F)=P(2er\ und \ gerade)=P(2er)=\frac{1}{6}$.

Dann gilt selbstverständlich $P(E)=\frac{1}{6}$ und $P(F)=\frac{3}{6}$ aber für die Wahrscheinlichkeit, eine $2$ ODER eine gerade Zahl zu würfeln gilt: $$\underbrace{P(E\cup F)}_{\frac{3}{6}}\ne \underbrace{P(E)+P(F)}_{\frac{1}{6}+\frac{3}{6}}$$ Da die Wahrscheinlichkeit, eine gerade Zahl zu würfeln nur $\frac{3}{6}$ ist.




Multiplikationsregel („UND“-Regel)

Zuerst wieder eine kleine Definition:

Definition
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$2$ Ereignisse $E$ und $F$ sind „unabhängig voneinander“, wenn das erste Ereignis keinen Einfluss auf das zweite hat.

Z. B.: Ich werfe zweimal mit einem Würfel. Das Ergebnis des ersten Wurfs ($=E$) hat in der Regel nichts mit dem Ergebnis des zweiten Wurfs ($=F$) gemeinsam.


Und nun zur

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Multiplikationsregel (UND-Regel):

Sind zwei Ereignisse $E$ und $F$ unabhängig voneinander, dann gilt für die Wahrscheinlichkeit, dass beide zusammen auftreten: $$P(E\cap F)=P(E)\cdot P(F)$$ Die Wahrscheinlichkeit, dass $E$ und ($=\cap$) $F$ zusammen auftreten ist $P(E)$ mal $P(F)$.


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Es wird zweimal hintereinander mit einem Würfel geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass zuerst eine $6$ und anschließend eine $3$ gewürfelt wird.

Beide Ereignisse ($E= $ „zuerst eine $6$“ und $F= $ „dann eine $3$“) sind unabhängig. Somit gilt nach der Multiplikationsregel:

$$P(6er \cap 3er)=P(6er)\cdot P(3er)=\frac{1}{6}\cdot \frac{1}{6}=\frac{1}{36}$$



Das Geburtstagsparadoxon: Anwendung der Gegenwahrscheinlichkeit und der Multiplikationsregel



Eine Wahrscheinlichkeit ist eigentlich Maß für eine Erwartung. Beim Würfeln gibt $$P(3er)=\frac{1}{6}$$ an, dass ungefähr in einem von $6$ Würfen ein $3$er erscheint. Eigentlich meint man aber eher folgendes: „Wenn ich oft genug würfle, dann wird ungefähr in einem Sechstel aller Fälle ein 3er erscheinen“. D. h. Die Wahrscheinlichkeit gibt den Grenzwert der relativen Häufigkeit an.

In der Mathematik drückt man den Grad der Erwartung durch eine reelle Zahl aus dem Intervall $[0;1]$ aus und bezeichnet die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses $E$ mit $P(E)$ (= Propability/Probabilität von $E$).

Hier noch ein Beispiel zu Gesetz der großen Zahlen - Excel Liste, in der die relative Häufigkeit sich der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit nähert.


Quiz: Wahrscheinlichkeitsrechnung (WS 2.1-2.4)